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Dieses Buch sollte mit Bedacht gelesen werden, da es starke Emotionen auslösen und zu Pauschalurteilen gegen andere Menschen verleiten kann.

Zur Vertiefung in die Materie empfehlen wir dringend den Brief an die Heuchler von CHARB.

Leseprobe 1 aus „Der islamische Kreuzzug“:

… nie »Westliches« wahrgenommen

[…] Seitdem habe ich Khadidja (Red.: eine junge Frau aus dem Maghreb) nicht mehr gesehen. Das war vor zwanzig Jahren. Ich weiß von Abdallah, dass sie sich Jahre später von einem Mann scheiden ließ, den sie schließlich auf Drängen des Bruders zu ehelichen eingewilligt hatte, der ihr aber zu grob, zu dumm, zu sehr Säufer und zu gewalttätig war. Zweimal hatte das Mädchen aus dem Bergweiler schon »Nein« gesagt, ehe eineinhalb Jahrzehnte später »Die Marokkaner(innen), die nein sagen«, dieses Recht öffentlich einfordern sollten (siehe Kapitel 9, Seite 197). Khadidja hatte »Nein« gesagt, obwohl sie, anders als die späteren Neinsager(innen), als Analphabetin in der Abgeschiedenheit zwischen Fluss und Haus am Hang nie »Westliches« wahrgenommen, von keinem Fernsehen »westlich beeinflusst« worden war. Keine der Wäscherinnen am Fluss oder der Bäuerinnen auf den kleinen Feldern hatte ihr einen »unislamischen« Lebenswandel vorgelebt. So lernte ich durch Khadidja, dass »Westen« auch in jedem Lebewesen ist, so man ihn ihm nicht von Kindesbeinen an austreibt. Khadidja hatte nie eine Schule besuchen können und auch keine Moschee. Das war es vielleicht, was sie so »verrückt« hatte bleiben lassen. In dieser jungen Frau war etwas »Westliches«, das niemals mit dem »Westen« in Berührung gekommen war. Es widersprach den ldeologen, die den Unabhängigkeitswillen von Musliminnen stets auf den Einfluss des »dekadenten« Westens zurückführten. Khadidja lebt heute als Putzfrau in Marrakesch. „Bitte holen Sie mich nach Deutschland“, sagte sie mir vor einem Jahr, als es mir gelang, sie telefonisch zu erreichen. Unendlich triste erschien mir aufgrund dieser Erfahrung – der noch andere folgen sollten – die deutsche Linke, die von diesem Selbstsein-Wollen im Denken und Fühlen muslimischer Menschen nichts begriff, indem sie einen lslam des verordneten Muslimseins unterstützte, wie ihn die Verbände repräsentierten und die lmame predigten. Eine ldentität ist erst eine eigene, wenn sie sich frei herausbilden konnte und einem nicht von Kindesbeinen an als Zwangsjacke aufgedrückt wird. Die Linke aber unterstützt »kultursensibel« jenen lslam, der alle Khadidjas von Afghanistan bis Marokko zerstört.

Leseprobe 2 aus „Der islamische Kreuzzug“:

„Bled Schizo“ — Leben zwischen religiöen Vorschriften und der Wirklichkeit von heute

[…] Als Youssef und ich im Auto saßen, zurück auf dem Weg nach Marrakesch, fragte ich ihn: »Kannst du dir erklären, warum die Kleine unbedingt das Stativ tragen wollte?« »Sie wollte damit über die Hängebrücke auf die große Straße«, antwortete er. »Sie durfte die Hängebrücke noch nie überqueren. Sie dachte, mit dem Stativ und in unserer Begleitung würde sie es schaffen. Abdallah hat mir das gesagt. Er will nicht, dass sie auf die Touristenstraße kommt. Wegen der Männer, die sich dort herumtreiben und keinen Respekt vor Frauen haben. Du musst wissen, dass bei uns im lslam die Jungfräulichkeit eine große Rolle spielt. Abdallah geht es um die Ehre Khadidjas.« »Das heißt?«, fragte ich. »Das heißt, das heißt«, erwiderte Youssef etwas unwirsch, »das heißt, dass eine nicht mehr intakte Frau wie eine aufgerissene Coladose ist. Da war schon jeniand dran. Die will keiner mehr.« »Die. Männer könnten sich entsprechend benehmen«, erwiderte ich, »und die Frauen in Ruhe lassen.« »Stimmt«, sagte Youssef, »da gebe ich dir recht. Aber bei uns gilt eine junge Frau, die allein durch die Gegend läuft, als sittenlos, besonders in einer Gegend wie hier. Sie verstößt gegen die Religion. Deshalb sehen die Typen sie als Beute, die selbst dran schuld ist, wenn ihr was passiert. Alle wollen nur Jungfrauen zum Heiraten, aber bis es so weit ist, entjungfern sie, wo sie können. So ist das nun einmal im bled schizo.« Bled hieß Heimat, und mit schizophren war das Leben zwischen jahrhundertealten religiösen Vorschriften einerseits und der Wirklichkeit von heute andererseits gemeint. »Bled schizo« war ein beliebter Ausdruck in Marokko und Algerien, weil er das Schlingern zwischen »halal«, erlaubt, und »haram«, verboten, auf den Punkt brachte. Insbesondere auf sexuellem Gebiet erlaubten junge Männer sich das Verbotene und gaben den Frauen die Schuld, es ihnen erlaubt zu haben. Abdallah wollte nicht, dass Khadidja ein »Schizo«-Opfer würde. »Warum überquert Khadidja die Hängebrücke nicht einfach, wenn Abdallah bei der Arbeit ist?«, fragte ich. »Weil sie sich das nicht traut. Da bekäme sie eine gewaltige Abreibung von ihrem Bruder, denke ich, und würde noch mehr oben am Hang im Weiler eingesperrt, damit sie möglichst nicht in die Nähe der Hängebrücke unten käme. Abdallah hat allen Leuten im Weiler gesagt, dass sie ein Auge auf Khadidja haben sollen, und das weiß sie.

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Darf man den Islam kritisieren? Man darf nicht nur, man muss, lautet die Antwort Samuel Schirmbecks in seinem lesenswerten Buch. Einzig der Titel ist aus Sicht des Historikers unglücklich gewählt. Mit Bezeichnungen historischer Phänomene („Kreuzzug“) sollte man umsichtig umgehen und sie nicht der dramatischen Werbewirkung wegen auf Gegenstände übertragen, die einer eigenständigen Bezeichnung bedürfen.

Doch zum Inhalt:

Der Islam hat ein Monster hervorgebracht

Der Islam habe, so der im Buch zitierte französische Philosoph Abdennour Bidar, in seiner Mitte ein Monster hervorgebracht und ohne aufgeklärte Islamkritik wird er weitere produzieren.

Der Autor kennt den Norden Afrikas gut. Er lebte und arbeitete 10 Jahre in Algier, baute dort 1991 das ARD-Fernsehstudio auf, war der erste westliche Dauer-Fernsehkorrespondent in Algerien und berichtete aus dem gesamten Maghreb. Er erlebte hautnah den Ausbruch des Bürgerkrieges, dem geschätzte 150.000 Menschen zum Opfer fielen, die Jahre des Terrors, in denen Frauen mit Säure verätzt wurden, weil ihre Kleidung nach Ansicht islamischer Sittenwächter zu viel Haut unbedeckt ließ, oder die auf offener Straße erschossen wurden, weil sie kein Kopftuch trugen. Er erlebte die mörderische Jagd auf Intellektuelle, auf Journalistinnen und Journalisten. Er beobachtete die schleichende Islamisierung der arabischen Gesellschaften, die Ausbreitung eines religiösen Obskurantismus, der alle unter Druck setzte, die ein Leben jenseits religiöser Regeln wollten, der angetreten ist, die Gesellschaften im Namen des Islam zu homogenisieren und heute große Teile derselben durchdringt. Sein metaphorisches Resümee: Der Islam sollte endlich seinen Gott unter Kontrolle bringen.

Kritik an Linken und Grünen

Schirmbeck, der sich selbst als links begreift, hadert mit dem linken und grünen Milieu Westeuropas, das Bündnisse mit Islamisten eingeht und jenen in den Rücken fällt, die in der islamischen Welt für Freiheit und Demokratie eintreten. Ein Milieu, das er nicht mehr für fähig hält, Abwertungsideologien und reaktionäre Gesellschaftsvorstellungen zu erkennen, wenn sie nicht dem europäischen rechten Muster entsprechen.

„Ausländer raus!“, schreibt Schirmbeck, sei die Forderung der fundamentalistischen Kreise Algeriens:

Juden, Christen, Ungläubige, Nichtmuslime, Fremde, Ausländer raus! Andernfalls seien sie ‚selbst verantwortlich für ihren plötzlichen Tod‘! Ohne dass es von offizieller muslimischer Seite, von den Imamen, den Ulemas des friedlichen Staatsislam irgendeine Solidaritätsbekundung für uns Fremde, für uns Nichtmuslime gegeben hätte.

Küssen auf der Straße, „unislamische“ Kleidung, Essen während des Ramadan, Homosexualität, Atheismus – wer nicht in das Korsett rigider Islam- und Moralvorstellungen passt, muss in fast allen Ländern der islamischen Welt mit Verfolgung rechnen, nicht nur durch gewalttätige Islamisten, sondern auch durch die Staatsmacht und leider viel zu große Teile der Gesellschaft, durch Nachbarn, Kollegen, Menschen auf der Straße. Daher spricht Schirmbeck von Islam, nicht von Islamismus, sei es doch der „Alltags-Islam“, der die Menschen in den islamisch geprägten Ländern gängelt, terrorisiert und ihren Alltag zu bestimmen sucht. Noch in den 1990er Jahren traf der Autor in allen Ländern des Maghreb Mädchen und Frauen in sommerlicher Kleidung und ohne Kopftuch, nicht nur in den Städten, sondern auch auf dem Land. Sie sind verschwunden. In Schulen, in denen noch Ende der 1980er Jahre kaum eine Lehrerin Kopftuch trug, tragen es heute fast alle. Dieser rasante kulturelle Wandel ist das Ergebnis eines zunehmend konservativer werdenden Klimas, das mit beständiger Propaganda gegen moderne Frauen einhergeht, mit einer stetigen Zunahme von Beleidigungen und alltäglichen Sticheleien etwa über kurzärmelige Blusen, über geschminkte Lippen, über Röcke, die nicht über die Knöchel reichen, über offenes Haar.

Kopftuch – Symbol des Psychoterrors

In Marokko und in Algerien ist das Kopftuch inzwischen zum Symbol des Psychoterrors geworden, den der ‚friedliche tolerante‘ Islam allerorten verbreitet, so ihm politisch nicht Einhalt geboten wird. Kopftuch und Verschleierung entspringen dem Wunsch, den öffentlichen Raum religiös zu besetzen.

Der Autor beschreibt hier eine Entwicklung, die längst auch in Europa angekommen ist und den konservativen Islam mit seinem Streben nach kultureller Hegemonie zu einem Faktor der politischen Auseinandersetzung gemacht hat. Haram und Halal sind Schlüsselbegriffe eines Islamverständnisses, das die Menschen in „Gottgefällige“ und „Verdammte“ teilt. Die Folgen zeigen sich unter anderem an Schulen. Mädchen werden unter Druck gesetzt und gemobbt, wenn sie kein Kopftuch tragen oder am gemischtgeschlechtlichen Schwimmunterricht teilnehmen. Schüler und Schülerinnen melden sich vor Klassenfahrten krank, fordern Gebetsmöglichkeiten in der Schule und verweigern die Mitarbeit bei Lehrinhalten, die ihnen „unislamisch“ oder „haram“ erscheinen. Schirmbeck spart nicht mit Kritik an denen, die er für diese Entwicklung mitverantwortlich macht: „Man stelle sich vor, es wären Rechtsradikale, die einen derartigen Druck im Namen ihrer Überzeugungen auf Schüler ausübten, die Linke sehe den Faschismus auf dem Vormarsch“ und würde wohl zu Recht zu Protestdemonstrationen aufrufen.

Islamische Pathologien

Im Falle des Islam, so der Autor, sei alles anders. Jede noch so obskure Forderung oder Befindlichkeit stößt auf Verständnis und oft genug auf vorauseilenden Gehorsam. Aktbilder werden abgehängt oder verhüllt, Werke aus Ausstellungen verbannt, weil sie Muslime beleidigen oder verletzen könnten. Seit zwanzig Jahren lasse der linke und linksliberale Mainstream den Islam ungeschoren seine Pathologien entwickeln.

Oft sind es alltägliche Begebenheiten, an denen Schirmbeck verdeutlicht, warum europäische Gesellschaften den Forderungen islamischer Tugendwächter nicht nachkommen dürfen: Als die Kunststudentin Nadia S. 1993 in Algier Bilder nackter Frauen zeigte, wurde sie mit dem Tod bedroht und floh schließlich nach Frankreich. Der Direktor der Kunsthochschule, in der die Ausstellung stattfand, der „Ecole des Beaux Arts“, wurde gemeinsam mit seinem Sohn beim Betreten der Schule erschossen. Angesichts derartiger Vorfälle, verbiete es sich in Deutschland, so Schirmbeck, Aktbilder abzuhängen, aus Angst, sie könnten Muslime beleidigen. Das Recht auf Freiheit der Kunst und auf freie Meinungsäußerung müsse in Europa umso konsequenter verteidigt werden.

Statt dem Kulturkampf, den konservative Muslime und ihre Organisationen allen anderen aufzwingen, mit Verständnis – oft Kultursensibilität genannt – zu begegnen, sollten sich Linke, Grüne und Liberale auf die Seite der „Freiheitssucher“ der islamischen Welt stellen, auf die Seite von Kamel Daoud, Amina Tyler, Mona Eltahawy, Tahar Ben Jelloun, Boualem Sansal, Fatima Mernissi, Abdelwahab Meddeb, Abdellah Taia und vieler anderer, auf die Seite von Initiativen wie „Diese Marokkaner(innen), die Nein sagen“, ein 2012 gestarteter Aufruf oder besser Aufschrei gegen den ganz normalen marokkanischen Staatsislam. Unter voller Namensnennung veröffentlichen Marokkanerinnen und Marokkaner ihren Protest gegen die religiöse Bevormundung ihres Lebens in der Zeitung „Tel Quel“. Sie bekennen sich offen dazu, Alkohol zu trinken (was Muslimen in Marokko verboten ist), während des Ramadan nicht zu fasten, Sex zu haben, ohne verheiratet zu sein, Atheist oder homosexuell zu sein und vieles mehr.

Auf welcher Seite steht Ihr?

„Wann begreifen Linke“, fragt der Autor, „dass Kritik am Islam Schutz für Muslime bedeutet, nicht Angriff auf sie?“ Das Verständnis für jede im Namen der Religionsfreiheit vorgetragene Forderung, falle den in der islamischen Welt mittlerweile ohnehin marginalisierten liberalen Kräften in den Rücken und behindere auch in Europa eine kritische Diskussion über Glaubensinhalte, obwohl eine solche ohnehin nur hier offen geführt werden könne. Das habe zur Folge, dass die Debatte den Rechten überlassen werde.

Schirmbeck kritisiert Linke, Grüne, aber auch Politiker/innen anderer Parteien dafür, mit den Funktionären und Funktionärinnen der Islamverbände zusammenzuarbeiten, die den Islamisten Algeriens ideologisch näher stünden, als vielen Musliminnen und Muslimen, die er in Algerien oder Marokko kennengelernt hat. Er kritisiert diejenigen linken und feministischen Kreise, die neuerdings lieber identitäre Hijab-Lobbyistinnen unterstützen, als deren Kritikerinnen. Die feministische algerische Schriftstellerin Wassyla Tamzali fragt in ihrem offenen Brief an die ihr Selbstbewusstsein verlierenden Europäer bereits verzweifelt in Richtung Europa: „Muss ich von nun an verschleiert sein, um gesehen zu werden?“

Auf welcher Seite steht Ihr? – Das ist die Frage, die sich gleich einem roten Faden durch Schirmbecks Buch zieht. Auf der Seite der Freiheitssucher oder auf der Seite der reaktionären religiösen Kräfte, die allen anderen einen Kulturkampf aufzwingen? Für die meisten Linken, so konstatiert er, sind nicht jene das Problem, die die islamischen Gesellschaften religiös homogenisieren und Pluralität ablehnen, sondern jene, die sich im Namen der Freiheit dieser Homogenisierung entgegenstellen. Letztere werden als Störenfriede betrachtet, gerade so, als übten sie Verrat an der ihnen zugedachten Kultur.

Die nordafrikanischen Aufklärer, so der Autor, kennen ihren Gegner und es wird höchste Zeit, auch in Europa zur Kenntnis zu nehmen, dass die Gegner von Aufklärung und Freiheit nicht nur rechts stehen. Dazu leistet Samuel Schirmbecks Buch einen wesentlichen, im besten Sinne aufklärerischen Beitrag.

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Samuel Schirmbeck
Der islamische Kreuzzug und der ratlose Westen
— Warum wir eine selbstbewusste Islamkritik brauchen
Orell Füssli, Zürich
ISBN 978-3-280-05636-3

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Quelle: Die Kolumnisten
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_____ Zu Punkt 1: Siehe auch den Beitrag Jubeltag

hataibu's world

Die sogenannte „westliche“ Kultur wird heutzutage gerne von verschiedenen Seiten angegriffen, lächerlich gemacht oder als irrelevant abgetan. Betrachten wir aber einmal genauer, von welchen Seiten diese Ablehnung kommt, stellen wir schnell fest, dass es immer Gruppen sind, für die Individualität, Freiheit (in Form von Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit oder individueller Freiheit von Einzelnen) und Pluralität nachteilig sind:

  • Nationalisten, die in freier Presse eine Gefahr für ihr schöngefärbtes Geschichtsverständnis sehen.
  • Fundamentalistisch religiöse Bewegungen, die in der Freiheit des Individuums eine Einschränkung der Kontrollmöglichkeiten über Gläubige sehen.
  • Sonstige radikale Gruppierungen, die es nicht ertragen und akzeptieren, dass andere Menschen nach anderen Regeln leben möchten als sie selbst.

Unsere europäische Kultur (JA, die gibt es!) basiert auf den über Jahrhunderte erkämpften Rechten der/des einzelnen gegenüber der Obrigkeit, auf einer unabhängigen Justiz und auf freier Meinungsäußerung. Ihr Ursprung liegt in der britischen Magna Charta, den Grundsätzen der amerikanischen Unabhängigkeit (erkämpft von europäischen Auswanderern), den Werten der französischen…

Ursprünglichen Post anzeigen 217 weitere Wörter

Hannah Arendt

Mit Hannah Arendt ein Interview zu führen, und sei es eines auf Grundlage ihres Buches „Elemente und Ursprünge totalitärer Herrschaft“, ist heute so zeitgemäß wie es dies vor 65 oder mehr Jahren gewesen wäre.
Das Magazin für politische Kultur CICERO hat ein solches Interview in einem Beitrag am 25. Februar 2017 [*] geführt.

Wir zitieren aus diesem Interview — auch mit Blick auf unseren Beitrag «Wie hinten, weit, in der Türkei …», in dem wir einen Führerkult und eine Obrigkeitshörigkeit in einer Form feststellen, wie man diese aus Diktaturen kennt: der eigene Führer und seine Helfer — die „Obrigkeit“ der Gruppe, der man sich zugehörig fühlt — dürfen nicht kritisiert werden.

[…] (CICERO): Das bindende Element der Masse ist also der Hass auf die Eliten?

(Hannah Arendt): Vom Mob hat die totalitäre Propaganda gelernt, dass sie in das Zentrum der Agitation immer das stellen muss, was die öffentliche Meinung und die Propaganda der Parteien jeweils mit Schweigen übergehen. Denn im Unterschied zu der erst später entwickelten totalen Massenherrschaft, die an Existenz von Wahrheit überhaupt nicht glaubt, glaubt der Mob in aufrichtiger Beschränktheit, dass wahr sei, was immer die Heuchelei der guten Gesellschaft oder der offiziellen Kundgebungen der Regierungen verleugnen oder mit Korruption zudecken. […]

Elemente und Ursprünge totalitärer Herrschaft
von Hannah Arendt
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Das vollständige Interview bietet weit mehr als der kurze Ausschnitt, den wir als Zitat verwendet haben:
[*] Die Massen flüchten in die Fiktion“, CICERO vom 25. Februar 2017

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Kritikphobie bei Islamkritikern

Aktion im Kommentarbereich — eine Dokumentation

Dass Menschen, die im Austeilen von Kritik nicht zimperlich sind, ja oftmals sogar weit unter die Gürtellinie greifen, überaus empfindlich reagieren können wenn die Kritik sich gegen sie richtet, ist weithin bekannt.

Wenn aber solche Kritik wie im Beispiel unten, die sachlich formuliert und überaus berechtigt ist, unterdrückt und einfach gelöscht wird, ist das von einer Qualität, wie man sie sonst nur von Despoten und aus Diktaturen kennt.

[…] bei uns entsteht mittlerweile der Eindruck, dass bei Pax Europa, ähnlich wie bei Stefan Herres PI, Methoden wie in Erdogans Türkei um sich greifen [Red.: siehe Sündenbock].

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Teils gelöschte Kommentare auf dem Blog von Pax Europa, die wir mittels Screenshot sichern konnten:

Die gelöschten Kommentare auf dem Blog von Pax Europa als Zitate:
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idrizanalyse schreibt (#comment-4655):
4. März 2017 um 08:06

Da heißt es im Beitrag „… totalitären Weltanschauungen entgegenzustellen …“

Wenn man es allerdings wagt, einen PI-Autor wie z.B. „kewil“ aus Albstadt im Kommentarbereich von PI auch nur zaghaft zu kritisieren, dann bekommt man die andere Seite von PI zu spüren. Dann kann es passieren, dass man von Stefan Herre persönlich angerufen und „gebeten“ wird, solche Kritik zu unterlassen.

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Malarich Neunhagen schreibt (#comment-4656):
4. März 2017 um 14:16

Das ist Stefan Herres Interpretation vom „Recht auf freie Meinungsäußerung“.

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Daniel Freyenrath schreibt (#comment-4659):
8. März 2017 um 11:01

Stefan Herre versucht, schwere seelische Verletzungen, die er während seiner Kindheit erlitten hat, zu heilen, indem er auf seiner Website gegen andere Menschen und andere Weltanschauungen hetzt [Red.: siehe Sündenbock]. Das funktioniert aber so nicht.
Guck mal hier [Red.: Behandle die Menschen so, als wären sie, was sie sein sollten, und du hilfst ihnen zu werden, was sie sein können. (Goethe)].
Er bräuchte eine langwieirige psychotherapeutische Hilfe. Die nimmt er aber nicht in Anspruch und weicht allem aus, was mit Psychologie zu tun hat.
Stefan Herre und seine Mitstreiter / Mitautoren leben, ganz ähnlich wie Donald Trump, in einer geschlossenen Blase.

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Die oben zitierten drei Kommentare wurden auf dem Blog von Pax Europa am 8. März 2017 gelöscht. Pax Europa tritt zwar, wie Stefan Herres PI, nach eigenem Selbstverständnis und Bekunden für Demokratie und Menschenrechte ein, das demokratische Recht auf freie Meinungsäußerung gilt dort jedoch nur sehr eingeschränkt und nur solange, wie sich die Meinungen nicht gegen PI, gegen PI-Autoren oder gegen Pax Europa richten. Der Umgang mit Kritik zeigt dort also große Ähnlichkeiten mit den Methoden in der Türkei unter Präsident R.T. Erdogan.

Hinweis:
Vom 13. auf den 14. März 2017 wurden die o.a. Kommentare und weitere auf der Website von Pax Europa abermals gelöscht.

Den Umgang mit Kommentaren bei Pax Europa finden wir bemerkens- und beachtenswert.

William Holman Hunt: The Scapegoat, 1854 (Wikipedia)

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Die Überschrift dieses Beitrags ist Goethes „Faust“, Kapitel 5 entlehnt:

Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen
Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,
Wenn hinten, weit, in der Türkei,
Die Völker aufeinander schlagen.

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Um Islamfeindlichkeit soll es in diesem Buch gehen

  • Dabei unterscheidet der Autor nicht immer zwischen Islam und Muslimen. Manche seiner Aussagen verlieren dadurch an Plausibilität.
  • Die Ursachen der Islamfeindlichkeit hätten in diesem Buch, das über einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren entstandenen ist, gern etwas ausführlicher dargelegt werden sollen.
  • All die Menschenrechtsverletzungen sowie die Bevormundungen, die Einschüchterungs- (Androhung von Höllenqualen) und die Erpressungsversuche (Todesstrafe bei Apostasie), die im Islam ebenso wie in manchen anderen Religionen als legitim erachtet werden und Machtinstrumente der Religion sind, hätte der Autor ohne weiteres näher und ausgiebiger betrachten können.
  • Welche „Wahrheit“ mit der im Buchtitel stehenden Wahrheit gemeint ist, die da Kopf steht, hätte der Autor genauer erläutern dürfen — damit nicht der Eindruck entsteht, dass er nur seine eigene Wahrheit meint, die aber möglicherweise ebenfalls ein wenig Kopf steht.
  • Angenehm überrascht sind wir darüber, dass der Autor etliche Akteure der islamkritischen Szene — einerseits die, die sich dafür halten, darunter Rechtskonservative bis hin zu Rechtsreaktionären und Rechtsextremisten, denen es beinahe ausschließlich um Hetze gegen Muslime und andere Menschen geht statt um (sachbezogene) Kritik — aber auch einen liberalen wirklichen Islam-Kritiker aus der politischen Mitte sowie ein paar Akteure aus dem politisch eher linken Spektrum namentlich nennt, sie teils persönlich interviewt und Netzwerke ausgiebig recherchiert hat.
  • Insgesamt kann der Eindruck entstehen, dass der Autor jegliche Kritik am Islam sowie alle Kritiker des Islams deutlich rechts der politischen Mitte wenn nicht sogar politisch am rechten Rand sieht oder sie in seiner Wahrnehmung, in seinen Darstellungen und seinen Beschreibungen dorthin einsortiert — und dass er Kritik an einer totalitären Ideologie und einem despotischen System, aber auch Kritik an Menschenrechtsverletzungen tabuisiert sehen möchte, sobald das Etikett „Religion“ und speziell das Etikett „Islam“ draufsteht.

Eine Frage möchten wir dem Autor stellen:

Wie wollen Sie mit Menschenrechtsverletzungen und mit Kritik an Menschenrechtsverletzungen umgehen?

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Ach, hätte der Autor doch zwischendurch das Buch Brief an die Heuchler — und wie sie den Rassisten in die Hände spielen von CHARB gelesen …

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Image Problem

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Christian Röther
Wenn die Wahrheit Kopf steht
— Die Islamfeindlichkeit von AfD, Pegida & Co.
Gütersloher Verlagshaus; 192 seiten
ISBN 978-3-579-08654-5
im Buchhandel erhältlich seit 24. Februar 2017

Hinweis:
Die Kurzrezension haben wir (mit zwei geringfügigen personifizierenden Anpassungen und einer Ergänzung) dem Literaturverzeichnis der Website Islam-Prinzip von Eckhardt Kiwitt, Freising entnommen.

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NB: Kundenrezension bei Amazon
roether_islamfeindlichkeit_amazon

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Deklaration

Deklaration

Was unter Menschenrechten zu verstehen ist, ist bekanntlich umstritten. Es gibt schließlich nicht nur die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, die von der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948 genehmigt und verkündet wurde, sondern z.B. auch die Arabische Charta der Menschenrechte sowie die Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam.

Der Artikel 5 (Verbot der Folter) der erstgenannten Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte z.B. besagt, dass „Niemand der Folter oder grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe unterworfen werden“ darf.

Dieser Erklärung können einige Staaten z.B. aus religiösen Gründen nicht zustimmen — siehe beispielhaft einige Vorschriften aus dem Koran (chronologische Reihenfolge der Suren), Sure 4:34 (Frauen ggf. schlagen, also foltern); Sure 24:2 (Ehebrecher auspeitschen, also foltern); Sure 5:33 (Kritiker foltern und ermorden); Sure 5:38 (Dieben die Hand abschneiden, also verstümmeln) — und aufgrund religiöser Gesetze (siehe Punkt 5 auf der verlinkten Seite) nicht gerecht werden. Andere könnten zwar, tun es aber unabsichtlich oder vorsätzlich dennoch nicht.

Eines der Länder, die es vorsätzlich nicht tun oder eine Zeit lang nicht getan haben, ist bedauerlicherweise das Land, das jahrzehntelang als die Führungsmacht der freien Welt, der demokratischen Rechtsstaaten und des „Westens“ galt.

In einem exterritorialen Gefangenenlager auf der Insel Kuba in der Karibik wurde seit Januar 2002 über einige Jahre hinweg u.a. versucht, sogenannte „Geständnisse“ von Gefangenen mittels Folter, insbesondere z.B. mittels Waterboarding, zu erpressen. Diese Praxis führt zu juristisch irrelevanten und inakzeptablen Ergebnissen — denn wenn man Menschen nur lange genug foltert, werden viele irgendwann genau das „Geständnis“ ablegen, das die Folterknechte hören wollen oder ihnen vorgegeben haben.

Wenn man nun an so einer Praxis von Menschenrechtsverletzung öffentlich Kritik übt, ist die Wahrscheinlichkeit nicht gering, dass sich irgend jemand daran stößt und — vielleicht ohne es zu wollen — die Folter und die Menschenrechtsverletzung verteidigt.

Zum Ende der Münchner Sicherheitskonferenz im Jahr 2017 besuchte der US-Amerikanische Vizepräsident Mike Pence das ehemalige KZ und heutige KZ-Gedenkstätte Dachau. Die Süddeutsche Zeitung berichtete darüber — auch auf ihrem Facebook-Account.
Dort entspann sich im Kommentarbereich ein kurzer Dialog:

Was ist eigentlich aus Guantanamo geworden? Ist das nicht auch so ein Lager, wo Menschen ohne Gerichtsverfahren eingesperrt werden? Frage ich als jemand, dessen Verwandte fast 12 Jahre in Dachau eingesperrt waren.

Den Hinweis auf das US-Amerikanische Gefangenenlager in Guantanamo-Bay fand ein anderer Leser / Kommentator überaus empörend:

Schritt 1: Vergleichen Sie die USA/Großbritannien/Frankreich/Israel mit dem nationalsozialistischen Deutschland.
Schritt 2: Weisen Sie unbedingt darauf hin, dass Sie das dürfen, weil Sie Freunde/Bekannte/Verwandte haben, die im KZ saßen.
Schritt 3: Freuen Sie sich, es ist Ihnen abermals gelungen NS-Verbrechen zu relativieren, die Opfer des NS zu verhöhnen und gleichzeitig eine der Nationen zu diffamieren, die besagte NS-Opfer aus ihrem Martyrium befreit hat, oder von diesen gegründet wurde.
Schritt 4: Gehen Sie auf jeden los, der Sie für Ihre „freie Meinungsäußerung“ kritisiert, erwähnen Sie nochmals nachdrücklich, dass Sie Freunde/Bekannte/Verwandte haben, die im KZ waren und Sie deshalb gar nicht den NS relativieren können. Werfen Sie Ihren Kritikern zudem unbedingt vor keine Ahnung zu haben und dass sie die Opfer der amerikanischen/britischen/franzözsischen/israelischen Terrorherrschaft nicht anerkennen wollen.

Vielen Dank, dass sie „NS-Relativierung leicht gemacht“ verwenden, wir wünschen Ihnen einen schönen Tag und viel Glück bei Ihren geschichtsrevisionistischen Unternehmungen!

In mehreren Antworten kam eine Reaktion auf diese vielschichtige Aussage:

Danke für Ihre Ausführungen. Eine Antwort auf meine Frage, was aus dem Lager in Guantanamo geworden ist, habe ich darin leider nicht gefunden.

Was haben Großbritannien, Frankreich und Israel mit dem exterritorialen Gefangenenlager zu tun, das die USA unter dem ehemaligen Präsidenten George W. Bush auf der Insel Kuba in Guantanamo-Bay errichtet haben ? | https://pimuenchen.wordpress.com/2014/08/20/we-apologize

By the way, ich habe nicht die USA pauschal angegriffen, andere von Ihnen aufgezählte Länder ohnehin nicht, sondern das Gefangenenlager in Guantanamo kritisiert. Verstehen Sie den Unterschied ?

Die möglicherweise etwas unbeholfene „Antwort“ darauf kann man als Zynismus interpretieren:

Huch, haben Sie sich etwa angesprochen gefühlt?

Ein Zwischenruf einer Gesprächsteilnehmerin:

In einer gewissen Weise gebe ich Ihnen recht, dass man mit Vergleichen vorsichtig sein soll, da sie auch Geschichte relativieren könnten und es gibt solche Geschichtsrevisionisten leider, welche die Schuld an diesen Verbrechen relativieren wollen. Mit Ihrem harten Urteil gegenüber Herrn Kiwitt wäre ich aber auch vorsichtig, ich glaube seine Frage zielte nicht darauf ab, die Geschichte verharmlosen zu wollen.
Auf der anderen Seite sollte Geschichte auch nicht dafür hergenommen werden, heutige Verbrechen zu verharmlosen. Weil der Dachau-Schwur: „Nie wieder“ verpflichtet Verbrechen frühzeitig zu bekämpfen, damit ein Verbrechen solchen Ausmaßes nie wieder passieren kann, daraus zu lernen und auch die eigene Menschenrechtslage zu hinterfragen. Und hierzu finde ich die Frage nach Guantanamo schon wichtig! Zumal Herr Trump sich pro Folter geäußert hat!

Nachdem wir auf diesen Thread aufmerksam geworden waren, fragten wir nach:

Wie wollen Sie mit Menschenrechtsverletzungen und mit Kritik an Menschenrechtsverletzungen umgehen?

Antwort darauf: keine.

Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für die Anregungen.

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P.S.: Robert H., Aktivist an einer Universität außerhalb Bayerns, der in seinem ersten Antwortkommentar viel Selbstbewusstsein und die Fähigkeit zu analytischem Denken (Schritt 1, Schritt 2 usw.) unter Beweis gestellt hatte, hat seinen Facebook-Account am Morgen des 21. Februar 2017 deaktiviert. Seine Antworten, die wir in einem Screenshot dokumentiert haben, sind in dem Thread nicht mehr vorhanden.
Möglicherweise hat ihn eine „Andere-als-die-eigenen-Meinungen-Phobie“, eine „Selbstkritik-Phobie“ o.ä. dazu veranlasst.

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Sreenshot der Konversation

Sreenshot der Konversation


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Der Begriff Schrödingers Katze geht auf ein im Jahr 1935 von dem österreichischen Physiker und Wissenschaftstheoretiker Erwin Schrödinger angestelltes Gedankenexperiment zurück. Das Gedankenexperiment besagt, kurz formuliert, dass gemäß quantenmechanischer Begriffe bzw. deren Übertragung auf die makroskopische Welt eine Katze lebendig und zugleich tot sein kann. Aus unserer menschlichen Alltagserfahrung heraus mag uns dies absurd erscheinen.

Anhand eines Beispiels aus dem aktuellen Tagesgeschehen möchten wir aufzeigen, dass Erwin Schrödinger mit seinem Gedankenexperiment jedoch gar nicht daneben lag, im Gegenteil.

Wie wir bereits im Beitrag Außer Kontrolle auf dieser Website dargestellt haben, behauptet der amtierende Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Donald J. Trump, einerseits, dass mehrere von ihm namentlich genannte Medien FAKE NEWS sind (failing @nytimes, @NBCNews, @ABC, @CBS, @CNN) bzw. Falschmeldungen verbreiten.

Die von Donald J. Trump als FAKE NEWS qualifizierten Medien haben selbstverständlich über seine Amtseinführung am 20. Januar 2017 in Washington, D.C. berichtet, ein öffentliches Ereignis, das aber gemäß Trumps eigenen Worten in der Darstellung dieser Medien FAKE NEWS gewesen ist, weshalb Donald J. Trump demgemäß gar nicht Präsident der USA ist.

Andererseits geht Donald J. Trump selbstverständlich davon aus, dass er der amtierende 45ste Präsident der USA ist, und er stellt dies mit öffentlichen Auftritten sowie z.B. dem erlassen von Dekreten und der Erledigung seiner sonstigen Regierungsgeschäfte auch unter Beweis.

Und nun zurück zu Erwin Schrödinger und seiner Katze, die lebendig und zugleich tot ist, also zwei gegensätzliche Zustände gleichzeitig annimmt:

Donald J. Trump beweist mit dem, was er sagt und dem, was er tut, dass er der Präsident der USA und zugleich nicht Präsident der USA ist, womit das Gedankenexperiment von Erwin Schrödinger auf brillante Weise ohne Zuhilfenahme physikalischer Messinstrumente oder Versuchsanordnungen empirisch bewiesen ist.

Vielleicht wird Donald J. Trump eines Tages einen Ehrentitel als der Größte Wissenschaftler aller Zeiten (Gröwaz) erhalten.

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Bildnachweis: Wikipedia, Katze in einem Zoo

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