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Auf Augenhöhe

Die USA und Europa befinden sich nicht in der Situation von Vormund und Mündel, sondern in einer Partnerschaft zum gegenseitigen Vorteil.

DJT (US-Präsident Donald John Trump) untergräbt diese Partnerschaft mit seiner Unberechenbarkeit, seinem mangelden Rechtsstaatsverständnis (Stichwort Gewaltenteilung) und seinem Narzissmus.

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Neutral-Moresnet & Zink

Neutral-Moresnet

Bei einer Beschäftigung mit Neutral-Moresnet (heute Kelmis) kann einem die Absurdität nicht nur des europäischen Nationalismus’ vor Augen geführt werden.

Zitat aus Wikipedia:

Neutral-Moresnet (dt. auch Altenberg) war von 1816 bis 1919 ein 3,4 km² großes neutrales Territorium, das als Mikronation zwischen dem Vereinigten Königreich der Niederlande bzw. (ab 1830) Belgien und Preußen bzw. (ab 1871) dem Deutschen Reich 7 km südwestlich von Aachen gelegen war. Im Norden reichte das Gebiet Neutral-Moresnets bis zum Vaalserberg, der damit seit 1830 ein Vierländereck (mit den Niederlanden, Belgien und Preußen bzw. Deutschland) bildete. Die Bevölkerungsanzahl wuchs rasant von 256 Personen 1815, auf 4668 vor dem Ersten Weltkrieg.

In seinem Buch ZINK hat David van Reybrouck die Geschichte von Neutral-Moresnet sowie Biographisches seiner Einwohner unterhaltsam und in einer sehr bildreichen, vergnüglich zu lesenden Sprache verarbeitet.

Eine kurze Passage aus dem Text möchten wir hier zitieren (auch wenn diese teils nicht gar so vergnüglich ist)
(Hervorhebung durch uns):

Moresnet blieb ein extrem gemischtes Dorf. Die Folge war, dass 1914 unter der Bevölkerung von 4668 Einwohnern junge Männer waren, die entweder von der deutschen oder von der belgischen Armee einberufen wurden. Der Krieg spaltete ganz Europa, doch in Neutral-Moresnet geschah das buchstäblich auf der Ebene der Dorfstraße oder sogar innerhalb der Wohnzimmer. Es gab Dialekt sprechende Familien, in denen der Sohn zu den belgischen Waffen gerufen wurde, während die Tochter mit einem Dorfbewohner verlobt war, der den gleichen Dialekt sprach, aber Deutschland dienen musste. Ich versuche, mir die Gespräche, die Spannungen und die Schweigepausen von damals vorzustellen. Willy Huppermann, der Mann, der den Esperantomarsch für die Freundschaft komponiert hatte, musste trotz seines deutschen Familiennamens und seines internationalistischen Pazifismus in die belgischen Schützengräben der Westhoek, wo er auf Feinde schießen sollte, die vielleicht ja seine Nachbarn gewesen waren. […]

ZINK, Seite 46-47

Der frühere Grenzverlauf von Neutral-Moresnet ist auf einem Luftbild bis heute gut zu erkennen. Die Vegetation beiderseits der „Grenze“ zeigt auch nach hundert Jahren insbesondere im östlichen Bereich noch sehr deutliche Unterschiede (Screenshot Google Maps).

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David van Reybrouck:
ZINK
86 Seiten
edition suhrkamp
ISBN 978-3-518-07290-5

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Brief an die Heuchler


Stéphane Charbonnier (CHARB) kritisiert in seinem Buch «Brief an die Heuchler — und wie sie den Rassisten in die Hände spielen» den Rassismus von Rechts, der sich häufig in physischen Gewaltakten äußert, die sich gegen andere Menschen richten.
Scheinbare Ausnahme des „Rassismus von Rechts“ ist ein – in diesem Buch nicht näher abgehandelter – Philosemitismus von Rechts (Stichwort „proisraelisch“). Dieser bezieht sich meist auf rechtsgerichtete Juden allein wegen deren Volkszugehörigkeit, berücksichtigt keine sonstigen Persönlichkeitseigenschaften und ist somit lediglich vorgetäuscht. Politisch linken Juden oder muslimischen Israelis oder Arabern, die ebenfalls Semiten sind, gilt der Philosemitismus von Rechts nicht.

CHARB kritisiert aber auch den Rassismus von Links, der darin zum Ausdruck kommt, dass Menschen aus einem bestimmten Kulturkreis oft in einer Weise bevormundet werden, die bis an die Grenze der Entmündigung heranreicht (siehe u.a. den Beitrag Bevormundet zum Staatsbesuch des iranischen Präsidenten Hassan Rouhani in Rom im Januar 2016). Dies ist psychische Gewalt.

Fazit:
Sowohl der Rassismus von Links als auch der Rassismus von Rechts stellen Rechte und Freiheiten zur Disposition, die in einem freiheitlichen demokratischen Rechtsstaat garantiert sind. Auch für Akteure, Vertreter und Fürsprecher des Rassismus.

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___ Zitat: Kritik zu diffamieren entzieht der sachlichen Diskussion die Grundlage sowie den Gegenargumenten die Plausibilität.

Das Islam-Prinzip

grund-annahme

* * *

Grundannahme

Kritik an einer totalitären Ideologie und einem despotischen System sowie Kritik an der Todesstrafe[*] und an anderen Menschenrechtsverletzungen ist keine Phobie und ist kein Rassismus.

Es soll sachbezogene Kritik sein.

Diese Kritik soll nur in begründeten Ausnahmfällen personenbezogen sein ohne verletzend zu werden oder herabzuwürdigen.

Eine solche Kritik zu diffamieren entzieht der sachlichen Diskussion die Grundlage sowie den Gegenargumenten die Plausibilität.

+ + +

Zitat:

Wie wollen Sie mit Menschenrechtsverletzungen und mit Kritik an Menschenrechtsverletzungen umgehen?

_____
[*]vgl.RachesowieHass

grundannahme_ip

Eckhardt Kiwitt
Pfalzgrafstr. 5
D-85356 FREISING
QS72@gmx.net

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Ursprünglichen Post anzeigen

Der Präsident hat gesagt …

SZ: Der Kongress hat im Streit um den Haushalt einen Kompromiss erzielt. Trump bekommt kein Geld für die Mauer. Ebenso wenig setzten sich Vorschläge durch, im Bereich der medizinischen Forschung oder Zuschüsse für die Gemeindeentwicklung zu kürzen.

S.T.: Was hat Trump eigentlich erreicht bis jetzt ? Außer gefühlt 1000 Dekrete zu erlassen, die zum größten Teil gar nicht durchgesetzt wurden oder werden ?
Theoretisch hat er dem Volk bis jetzt nur Geld aus den Taschen gezogen

E.K.: Trump hat gesagt, dass seine Präsidentschaft die erfolgreichste in der Geschichte der USA sei — oder so ähnlich. Das reicht doch, oder 😉

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Verquere Logik

Der Turm ist gerade — die Erde steht schief.

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Schwerpunktverschiebung

— Von der sachbezogenen auf die personenbezogene Ebene —

Im März 2017 gab der österreichische Bundespräsident Alexander van der Bellen während einer Diskussionsrunde im Haus der Europäischen Union gegenüber Schülern zu bedenken:

„Es ist das Recht der Frau, sich zu kleiden, wie auch immer sie möchte. Im Übrigen nicht nur die muslimische Frau, jede Frau kann ein Kopftuch tragen.“

Nachsatz:
„Und wenn das so weitergeht bei dieser tatsächlich um sich greifenden Islamophobie, wird noch der Tag kommen, wo wir alle Frauen bitten müssen, ein Kopftuch zu tragen. Alle, als Solidarität gegenüber jenen, die es aus religiösen Gründen tun.“

Den Nachsatz, den man genau so verstehen kann wie er gesagt wurde, den man aber auch als ironische Äußerung interpretieren kann, führte in den Medien, und dort insbesondere in den Kommentarspalten der Leser, zu teils ausführlichen Debatten und vielen Meinungsäußerungen.

Viele der Leserkommentare ergingen sich darin, Alexander van der Bellen persönlich verbal anzugreifen oder es zu bedauern, dass er zum Bundespräsidenten der Republik Österreich gewählt worden ist.

Damit lenkten die Kommentare vom eigentlichen Thema ab, nämlich der Aussage Van der Bellens sowie von der Bedeutung des islamischen Kopftuchs und seiner Wahrnehmung. Zu kritisieren wäre allenfalls, dass Van der Bellen von „Islamophobie“ spricht, aber deren Ursachen nicht thematisiert.


Es fand vielfach eine Schwerpunktverschiebung in den Debatten und Kommentaren statt — von der sachbezogenen auf die personenbezogene Ebene — eine Unwucht, wie man sie bei ähnlichen Anlässen häufig beobachten kann. Der ursprüngliche Gegenstand der Diskussion oder Debatte gerät dabei in den Hintergrund oder in Vergessenheit.
Diese Schwerpunktverschiebung, die Verlagerung der Debatte auf ein anderes Thema, halten wir für kontraproduktiv.

Ein Kommentar zu einem Beitrag in der FAZ hob sich davon deutlich ab, ging auf die Person des Alexander van der Bellen gar nicht ein, sondern blieb beim Gegenstand der Sache:

Das Gegenteil denken
Gegenvorschlag: Alle Kopftuchträgerinnen — unabhängig von der Religionszugehörigkeit — verzichten aus Solidarität mit dem freiheitlichen demokratischen Rechtsstaat, der Religionsfreiheit und insbesondere aus Solidarität mit allen Nicht-Kopftuch-Trägerinnen und allen Nicht-Musliminnen künftig auf ihre Kopfbedeckung.

Zu diesem Leserkommentar bleibt zu ergänzen, dass es Religionsfreiheit im Islam nie gegeben hat und auch heutzutage nicht gibt.

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Siehe auch den Beitrag Wertschätzung, Unschuldsvermutung und Gerücht

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