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William Holman Hunt: The Scapegoat, 1854.

„Der Irre vom Bosporus — wie wir den Irren vom Bosporus, Erdogan, im EU-Parlament liebevoll nennen — hat wieder zugeschlagen.“

Mit diesen Worten leitet Martin Sonneborn eine knapp anderthalbminütige Rede im EU-Parlament Ende April 2016 ein, die sich mit einem Vorgang beschäftigt, der ein paar Tage zuvor in den Medien thematisiert worden war. Der türkische Staatspräsident hatte versucht, darauf hinzuwirken, dass die Dresdner Sinfoniker im Rahmen des Aghet-Projekts den Völkermord an den Armeniern anno 1915 nicht als Genozid bezeichnen sollen.

Wir greifen das Stichwort von dem „Irren“ auf und befassen uns mit jemandem, für den wir uns einen nichtssagenden Namen ausdenken und ihn ganz unverfänglich „den Irren aus der Waldhausstraße“ nennen.

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asghar+akbar

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_______ SAG NIEMALS ALLAHU _______

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Der Irre aus der Waldhausstraße — wie wir den Irren aus der Waldhausstraße, „Ironman“, hier liebevoll nennen — hat wieder zugeschlagen.

Am Morgen des 10. Mai 2016 wurde in einem kleinen Ort in Süddeutschland eine Straftat begangen. Aus dem Umstand, dass der Täter „Allahu akbar“ rief, schließt der Irre aus der Waldhausstraße nicht nur, dass „der Islam-Terror endgültig in Deutschland angekommen“ sei. Für ihn steht ebenso die Religionszugehörigkeit des Täters fest — gerade so, als ob jemand anderes nicht imstande wäre, aus welchem Grund und zu welchem Zweck auch immer „Allahu akbar“ zu rufen.

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Den Umstand, dass der Täter „von den Medien“ ausdrücklich als Deutscher bezeichnet wird, formuliert der Irre aus der Waldhausstraße so, dass man den Eindruck haben kann, es sei ihm peinlich und er hätte auf einen nichtdeutschen Täter gehofft.

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Im Laufe der Berichterstattung über diese Tat geht aus einer vagen Nachrichtenmeldung hervor, dass der Täter einen „Migrationshintergrund“ habe — was dem Irren aus der Waldhausstraße so wichtig erscheint und woran er sich fast wie an einen Strohhalm klammert, dass er seinen Beitrag mit einem Update versieht (so als wollte er der Welt mitteilen: Uff, da haben wir nochmal Glück gehabt).

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Sind es Erlebnisse aus seiner Kindheit, aus seinem Elternhaus, ein Trauma vielleicht, die den Irren aus der Waldhausstraße bis heute stark belasten, Erlebnisse, die er nicht verarbeiten und bewältigen kann und die sein Einfühlungsvermögen sowie seine Wahrnehmung und seine Urteilskraft einschränken? Oder ist er mit starken Minderwertigkeitskomplexen behaftet, die ihn zu solchem Vorgehen und zu derartigen (Vor)-Urteilen veranlassen?
Ergötzt er sich am Ende gar vielleicht daran, wenn andere Menschen Straftaten begehen?

Sündenbock

Sündenbock

Dem Irren aus der Waldhausstraße mag entgangen sein, dass alle Deutschen, alle Europäer, ja beinahe alle Menschen — also auch er selbst — einen Migrationshintergrund haben. Denn die Wiege der Menschheit liegt nach allen heutigen Erkenntnissen nicht in Europa. Sein Heimatort wurde von „Südländern“ (dieses Wort verwenden wir hier ledigilich den Irren aus der Waldhausstraße zitierend, nicht wertend) — unter denen sich also sehr wahrscheinlich seine direkten Vorfahren befinden — im Jahr 50 n.Chr. zur Stadt erhoben …

Eine Kleinigkeit am Rande:
Die o.a. Tat ereignete sich in einem kleinen Ort ca. 3 Kilometer südlich der Kreisstadt Ebersberg. Das war für den Irren aus der Waldhausstraße jedoch weniger bedeutsam, und so machte er daraus kurzerhand das 35 km westlich gelegene „München“.
Viel wichtiger erschien dem Irren aus der Waldhausstraße, in der Überschrift zu seinem Beitrag etwas anderes mitzuteilen, das seinen Vorurteilen gerecht zu werden schien, noch bevor die Ermittlungsbehörden Details zu der Tat und insbesondere zum Täter veröffentlicht hatten:

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Man könnte es, so wie es formuliert ist, für Realsatire halten.

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Bildnachweis: William Holman Hunt: The Scapegoat, 1854. | Wikipedia
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Jeder hat das Recht, seine Meinung [[ frei ]] zu äußern.

Alles weitere regelt in manchen Ländern der Staatspräsident …

Die türkischen Journalisten Can Dündar und Erdem Gül, zu einer Haftstrafe von fünf Jahren verurteilt.

Die türkischen Journalisten Can Dündar und Erdem Gül, zu einer Haftstrafe von fünf Jahren verurteilt.

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Nicht durcheinanderbringen sollte man den Fall der türkischen Journalisten Can Dündar und Erdem Gül von der Zeitung Cumhuriyet

[…] Cumhuriyet berichtete am 29. Mai 2015 über mutmaßlich illegale Waffenlieferungen mittels Lastwagen des türkischen Geheimdienstes Millî İstihbarat Teşkilâtı (MIT), die für die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien bestimmt waren, […]

… mit dem Fall Jan Böhmermann in Deutschland im Frühjahr 2016 …

Am 31. März 2016 thematisierte Böhmermann in seiner satirischen Late-Night-Show „Neo Magazin Royale“ die Grenzen von Satire und trug ein Gedicht über den türkischen Präsidenten Erdoğan vor, das er mit dem Titel „Schmähkritik“[1] versah. […]

… zu dem die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel entschieden hatte, nicht obrigkeitsstaatlich per Kanzlerverfügung zu entscheiden, sondern rechtsstaatlich die Justiz ein Urteil fällen zu lassen.

Die Bundeskanzlerin Angela Merkel stellte in einer Erklärung fest, dass es nicht Aufgabe der Regierung, sondern der Justiz sei, über die Strafbarkeit der Äußerungen von Böhmermann zu befinden.

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[1] In dieser „Schmähkritik“ zeigte Jan Böhmermann anhand von Beispielen auf, was man eben nicht sagen darf.

Die Zitate sind der Wikipedia entnommen.

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Unverschämtheit

Fischer im Recht

— Fischer im Recht —

Dieselben Schreihälse, die aus lauter Liebe zur Wahrheit unbedingt über die Nationalität jedes Taschendiebs aufgeklärt werden möchten, halten es für eine Unverschämtheit, dass die „Qualitätspresse“ die Nase rümpfte über die „Vorbestraftheit“ des Pegida-Initiators Bachmann. …

Chapeau !

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Zitiert aus
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-02/medien-strafrecht-luegenpresse-journalismus-fischer-im-recht

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Die Kolumne Fischer im Recht erscheint regelmäßig in der Wochenzeitung
Die Zeit sowie auf der Website des Karlsruher Bundesrichters Thomas Fischer.

Die Beiträge mögen recht lang erscheinen, sie sind jedoch mit Sprachwitz und Eloquenz verfasst und ein Lesevergnügen.

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Zivilisiert

Screenshot

— Screenshot —


Dunja Hayali sagt:

liebe leute,

ich habe es schon oft gesagt: bin für den freien austausch von meinungen und argumenten, aber bitte ohne beleidigungen. verbale schläge unter die gürtellinie lösche ich. lasst uns diskutieren, aber nicht diffamieren. wer vom thema abgleitet und hier religion, herkunft, geschlecht, sexualität etc. verunglimpft oder gar drohungen raushaut, ist raus. ich möchte auf meiner seite keine schlammschlachten, denn für mich bedeutet das ’sozial‘ in ’soziales netzwerk‘ auch ‚zivilisiert‘, also anständig, freundlich, höflich, mit respekt. auch untereinander!!! ich möchte niemanden ausschliessen, aber wer unflätig wird, den/die sperre und lösche ich konsequent. weil bestimmte umgangsformen zu einem sinnvollen dialog und einer fruchtbaren diskussion dazugehören. danke! dh

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Um sich ein Urteil über jemanden zu bilden, kann man u.a.

  1. ihn persönlich kennenlernen und sich mit ihm unterhalten;
  2. lesen, was er geschrieben oder sich anschauen, was er sonstwie produziert hat;
  3. lesen, was andere über ihn geschrieben haben.
  4. lesen, was andere geschrieben haben.

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Möglichkeit (1.) gilt, auch in Kombination mit (2.), u.E. der Vorzug,
Möglichkeit (3.) und (4.) halten wir für ungeeignet, weil dabei entweder Urteile anderer herangezogen werden statt sich ein eigenes Urteil zu bilden [3.], oder weil Texte verwendet werden, die mit demjenigen, um den es geht, nichts zu tun haben [4.].
Ende 2015 fand im Kommentarbereich eines Onlinemediums ein kurzer Austausch von Wortmeldungen (teils als Frage und Antwort) statt, der exemplarisch die hier in (3.) und (4.) geschilderte Vorgehensweise demonstriert.

Begonnen hatte es mit einem Statement eines Schreibers, das sich auf die Gesellschaftskritik „Über Kopftücher von Özlem Topçu bezieht:

Kopftuch:
Im einen Fall ein modisches Accessoire,
im anderen Fall Symbol eines totalitären Gesellschaftsmodells.

Die erste Reaktion darauf war eine Erwähnung innerfamiliärer Angelegenheiten:

Apropos Symbol eines totalitären Gesellschaftsmodells:
das Koptuch meiner Mutter (evangelisch) fiel Mitte der 1970er, weil sie laut eigener Aussage nicht mit ihrer portugiesischen Putzfrau (katholisch) verwechselt werden wollte.

Was seitens des oder der Antwortenden folgte, wich von der Aussage des Schreibers noch weiter ab:

Sozialdünkel spricht auch aus Ihrem Befund ‚Fall‘.

Wenn die Herrenreiter aller Art vielleicht zur Kenntnis nehmen möchten? Erwachsene Frauen benötigen keine Assistenz in Be- und Entkleidungsfragen, die sind schon selber groß.

Das gilt für den Minirock, der gern zur Rechtfertigung von Vergewaltigungen herangezogen wird und für das Kopftuch, deren (Nicht-)Trägerinnen (sexuelle Verfügbarkeit) Befürwortung eines totalitären Gesellschaftsmodells unterstellt wird.

Die westliche Sorte Herrenreiter ähnelt den Mullahs mehr als sie selbst glaubt.

Erste Replik des Schreibers und der Versuch, zur Aussage des ersten Statements zurückzukehren (wenngleich mit einem kleinen Seitenhieb):

Kritik an Diktaturen ist mglw. eine Herausforderung, der Sie nicht gewachsen sind.

Danke aber, dass Sie den Mut haben, sich hier in bester PI-Manier anonym zu Wort zu melden.

Ab nun entglitt dem oder der Antwortenden das Thema. Außer der Erwähnung früherer Aktivitäten des Schreibers sowie eines Hinweises auf einen mehrere Jahre alten Zeitungsartikel — vgl. (3.) — kein Bezug mehr zum Thema. Statt dessen eine Unterstellung, …

Sie meinen: Kritik an Diktaturen ist mglw. eine Herausforderung, der Sie nicht gewachsen sind. Danke aber, dass Sie den Mut haben, sich hier in bester PI-Manier anonym zu Wort zu melden.

Tja, wer soviel Erfahrung als pi-Aktivist sammeln konnte (anonym unter dem Nick APrisn ) Vorstandsmitglied von ‚Die Freiheit‘ war oder ist und Islam-Faschismusvergleiche in Buch- und Blogform anstellt, dem steht darüber jedes Urteil zu^^

… die sich als haltlos erweisen sollte …

Bei PI habe ich die meiste Zeit unter Klarnamen geschrieben in der Annahme und Hoffnung, auch andere dazu bewegen zu können, habe mich aber bereits vor über drei Jahren von PI für immer verabschiedet.
Mitglied von „Die Freiheit“ bin ich nie gewesen, auch nicht als Vorstand.
Totalitären Ideologien und Systemen stehe ich nach wie vor sehr kritisch-ablehnend gegenüber. Schauen Sie sich meine Kurzrezension zu CHARB’s Buch „Brief an die Heuchler – und wie sie den Rassisten in die Hände spielen“ an.
Danke !

… was mit einer Entschuldigung zur Kenntnis genommen wurde …

Mitglied von „Die Freiheit“ bin ich nie gewesen, auch nicht als Vorstand.

Bitte entschuldigen Sie, mein Fehler: Sie waren oder sind stellvertretender Bundesvorsitzender von ‚Pax Europa‘ (laut Michael Stürzenberger bei ‚Die Freiheit Bayern‘ am 29. Juni 2012, aus hygienischen Gründen nicht verlinkt)

… — belgeitet allerdings von weiteren Hinweisen auf Texte, in denen der Schreiber nichtmal erwähnt wird — vgl. (4.) —, oder mittels derer der Schreiber in einen Zusammenhang mit anderen gestellt werden soll, der nicht bestanden hat und nicht besteht:

Den bei pi seit 11 Jahren propagierten Muslimhaß „an der Schnittstelle zur Volksverhetzung“ und u.a. die mit pi verbundene Haßplattform ‚Nürnberg 2.0‘ halte ich schon auch für „Totalitäre Ideologien und Systeme“ und stehe derlei von Anfang an „sehr kritisch-ablehnend gegenüber“. Interessehalber: Sie haben sich erst anläßlich der späten Beobachtung durch den bayerischen Verfassungsschutz „von PI für immer verabschiedet“?

Auf den abschließenden Kommentar des Schreibers blieb eine Reaktion leider aus:

Bei Pax Europa bin ich ebenfalls bereits vor über drei Jahren ausgetreten, das ging parallel mit dem Ende bei PI.

Der „Muslimhaß“ sowie Anfeindungen gegen Ausländer (die es in meinen PI-Beiträgen hoffentlich nicht gegeben hat !) und die sehr selektive „Wahr“nehmung und „Bericht“erstattung auf der Website PI — statt Kritik — war für mich ein oder *der* ausschlaggebende Punkt, mich von diesen ganzen Kreisen zu trennen (leider ziemlich spät !).

Meine Kritik richtet sich, wie sie auf meiner Website (Link in meinem Profil hier bei ZON) nachlesen können, gegen eine totalitäre Ideologie, aber nicht gegen Menschen, die aufgrund der Androhung der Todesstrafe bei Apostasie zu Geiseln dieser Religion / Ideologie* genommen sind.

Die Beobachtung von PI, BPE oder anderen durch den Verfassungsschutz war für mich also ausdrücklich nicht der Grund, mich von diesen Kreisen zu verabschieden.

Mit besten Grüßen aus Freising nach ???

Eckhardt Kiwitt, Freising
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* jede Religion ist zugleich Ideologie

Insbesondere eine ausführlichere Stellungnahme dazu, dass der Schreiber totalitären Ideologien kritisch-ablehnend gegenübersteht und die Todesstrafe in jedem Fall ablehnt, sowie ein Zur-Kenntnis-Nehmen seiner Kurzrezension des Buches «Brief an die Heuchlerund wie sie den Rassisten in die Hände spielen» von CHARB hätte dem Eindruck, der hier entstand, ein wenig von seiner Wirkung nehmen können.

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In-der-Kritik
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Die Mächtigen

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Die Mächtigen

Glauben zu dürfen was man will,
und alles und jeden öffentlich kritisieren und hinterfragen zu dürfen,
ist eine Herausforderung,
der nicht nur die Mächtigen
mancherorts
nicht gewachsen sind.

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Freiheitsideal

Freiheitsideal-mtc

Freiheit

Ein Ideal,
das sich aus Vernunft selbst trägt
ohne Menschen einzuschüchtern,
und das den Machtverlust nicht fürchten muss
weil es nach Macht nicht strebt.

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Quelle: WB und Die Physik

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