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Archive for the ‘PI — MUC’ Category

Jede Katastrophe der Entmenschlichung in der Geschichte beginnt mit der Entmenschlichung der Sprache.

Amos Oz — im NZZ-Interview vom 18.3.2015

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Wer von Lügenpresse / Lückenpresse redet,
möchte evtl. nur das in den Medien veröffentlicht wissen,
was er selber für „die Wahrheit“ hält.

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Hallo Björn Höcke,

lächle doch mal.

Du weißt doch:

… was sie am sichersten unterminiert ist das Lachen.


Zitat: Autorität bedarf zu ihrer Erhaltung und Sicherung des Respekts entweder vor der Person oder dem Amt.
Ihr gefährlichster Gegner ist nicht Feindschaft, sondern Verachtung, und was sie am sichersten unterminiert ist das Lachen.

(Hannah Arendt)

Zur Vertiefung zwei Sätze aus einem InterviewJames Comey in der SZ:

[…]
SZ: Ein Unterschied zwischen Obama und Trump ist, dass letzterer nie lacht. Was verrät das?

Comey: Es zeigt Unsicherheit. Aufrichtiges Lachen erfordert ein gewisses Selbstvertrauen, denn wir alle sehen ein bisschen dämlich aus, wenn wir lachen – bei mir ist das so. Das macht uns verwundbar, was unsichere Menschen nicht ertragen können. Wenn ich als Führungspersönlichkeit über einen Scherz meines Mitarbeiters lache, dann werte ich ihn auf. Trump habe ich nie lachen sehen – weder beim Small Talk oder bei jenem Abendessen, bei dem er meine Loyalität einforderte. Für mich ist Lachen ein guter Indikator dafür, dass jemand sich selbst nicht allzu wichtig nimmt.
[…]

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„Stolz“ halten wir für einen fragwürdigen Begriff. Wenn man stolz auf etwas ist, dann neigt man dazu, es zu verklären, es mit allerlei Geschichten und Hinzudichtungen auszuschmücken.

In dem Bild oben bekundet während einer Demonstration jemand seinen „Stolz auf unsere Fahne!“ Dass er selber zur Entstehung und zum Zustandekommen dieser Fahne nichts beigetragen hat, lässt er unberücksichtigt, es wirft jedoch die Frage auf, ob er sich da nicht mit fremden Federn schmückt, mit dem, was andere erbracht haben.

Vielleicht muss er stolz „auf unsere Fahne“ sein, weil er selber noch nie etwas zustande gebracht hat. Das wäre nicht untypisch für Leute, die stolz auf etwas sind, zu dem sie keinen eigenen Beitrag geleistet haben.

Er ist also stolz auf drei Farbbalken, die man beliebig anordnen kann:

Die Wikipedia erläutert in einem Beitrag zu Schwarz-Rot-Gold die Herkunft und Verwendung dieser drei Farben.

Für Verschwörungstheoretiker noch eine Flagge in diesen Farben mit einem Schriftzug darauf:

Zur Beruhigung: Dies ist nicht die Flagge des Kalifats Deutschland.

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* * *

Wenn die Schreihälse kommen,
wollen wir ihnen nicht entgegenschreien,
sondern
ihnen nur
einen „Wink mit dem Zaunpfahl“ geben …

___

Wir wollen keinen Wettbewerb veranstalten,
wer am lautesten schreien kann.

* * *

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SZ: Dresdner Pegida kommt nach München

Und eine Ergänzung von Heribert Prantl

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_____ Eine blasphemische Satire _____

Hallo Allah (Jahwe, Gott),

wir haben gelesen, dass Du der Herr der Welten bist (Sure 1 Vers 2), und dass Du Macht über alle Dinge hast (Sure 2 Vers 106).

Allah, derzeit grassiert in Deutschland und in Europa eine Grippewelle.

Die hast Du uns also an den Hals geschickt.

Du Lump.

Sollen wir dafür dankbar sein? (Sure 2 Verse 185 und 243).
Sollen wir damit erfolgreich sein? (Sure 2 Vers 5).

Allah, wegen dieser Grippe liegen viele Leute seit Wochen krank im Bett. Die beten Dich während dieser Zeit wahscheinlich nicht an (Sure 2 Vers 83).

Allein in Deutschland sind schon über 100 Menschen an dieser Grippe gestorben — die beten Dich nie wieder an.

Dafür soll Dir alles Lob gebühren? (Sure 1 Vers 2) — ernsthaft?

Allah, das wird für Dich doch eine Schmach sein (Sure 5 Vers 33), und eine schlimme Strafe obendrein (Sure 6 Vers 157).

Sag mal, Allah, ist bei Dir alles okay?

+ + +

Allah, falls Du tatsächlich Macht über alle Dinge hast, dann darfst Du gern persönlich bei uns antanzen und Dich über diese blasphemische Satire beschweren, sofern Dir das ein Bedürfnis sein sollte. Wir können über alles reden.

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In einem Interview mit der NZZ am 26.2.2018 äußert sich die ehemalige Außenministerin der USA und heutige Professorin an der Stanford-University, Condoleezza Rice, u.a. zur „Political Correctness“.

+ + +

Beachte zu ihren Aussagen unsere Beiträge Jubeltag sowie Kommentieren mit „TOR“ und Wenn die Schreihälse kommen …, aber auch unseren Beitrag Sprache:

Jede Katastrophe der Entmenschlichung in der Geschichte
beginnt mit der Entmenschlichung der Sprache.

+ + +

Wir zitieren drei Passagen aus dem Interview mit Condoleezza Rice.

NZZ: Sie haben auf den sozialen Fortschritt in den USA hingewiesen. Die Mitglieder von Minderheiten sind zu Bürgern im vollen Sinne geworden. An den Universitäten ist in den letzten zwanzig Jahren zugleich eine Kultur der Political Correctness (PC) entstanden, die alle darauf verpflichtet, ihre Kollegen mit Samthandschuhen anzufassen. Schränkt die PC das freie Lehren, Reden und Denken ein, oder ist sie ein blosses Scheinproblem?

Condoleezza Rice: PC ist eine ernstzunehmende Bedrohung für die Existenz von Universitäten. Wenn ich höre, dass Studenten sich wohl fühlen wollen, hört bei mir der Spass auf. Es ist nicht meine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass sich Leute in meinen Kursen wohl fühlen, im Gegenteil – es ist mein Job, sie dazu zu bringen, die Wohlfühlzone zu verlassen. Sie müssen sich mit Ideen auseinandersetzen, die nicht in ihr Weltbild passen. Verstehen Sie mich richtig – es geht nicht darum, Leute zu beleidigen oder schlecht zu behandeln, aufgrund ihrer Ethnie oder ihrer Religion. Es geht an einer Universität darum, in der Erkenntnis gemeinsam weiterzukommen, und die kennt nun einmal weder Ethnie noch Religion.

NZZ: Wann ist die Bewegung gekippt, von einer Bewegung, die Anstand verbriefen wollte, zu einer Aktion, die Schutz vor unbequemen Meinungen fordert?

Condoleezza Rice: Der Prozess, der mit den besten Absichten begann, verlief schleichend. Zuerst ging es um gleichen Respekt für alle – das war gut. Doch das Blatt hat sich gewendet, eine kleine extreme Minderheit begann so zu argumentieren: Wann immer du etwas sagst, das mich als Angehöriger einer Minderheit beleidigt, auch wenn du es nicht so gemeint hast, habe ich das gute Recht, beleidigt zu sein und dir den Mund zu verbieten. Eines Tages haben wir gemerkt, dass die Studentenschaft – und auch die Gesellschaft – in immer kleinere Identitätsgruppen zerfällt, die nichts mehr miteinander zu tun haben wollen. Jede Gruppe fühlt sich benachteiligt, klagt ihre eigenen Missstände an, jede hat ihr eigenes Narrativ.

NZZ: Geben Sie in Ihren Kursen Trigger-Warnungen, weil Sie befürchten müssen, dass Studenten mit Ihren Aussagen nicht umgehen können?

Condoleezza Rice: Nein, ich tue genau das Gegenteil. Zu Beginn meiner Kurse sage ich allen ehrlich und direkt: Keiner von euch hat das Recht, nicht beleidigt zu werden. Ihr könnt euch nicht auf die amerikanische Verfassung berufen, um euch unangenehmen intellektuellen Erfahrungen zu entziehen. Lernt, damit umzugehen.

[…]

+ + +

Das, was Condoleezza Rice in der letzten hier zitierten Antwort sagt, dürfen auch diejenigen auf sich beziehen, die wir in unseren drei oben angeführten Weblinks angesprochenen haben. Auch außerhalb der USA.

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