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Archive for the ‘PI — MUC’ Category

_____ Gelebte Kritik-Phobie _____

Kürzlich wurden wir Zeugen eines irritierenden Vorgangs.

Innerhalb weniger Tage wurden auf einer Website zwei Kommentare gelöscht, in denen jemand (anonym) lediglich eine Frage gestellt hatte:

Warum kann man bei PI-News nicht kommentieren, wenn man den TOR-Browser verwendet, der die IP verschleiert?
Ist es für Stefan Herre wichtig, die IP der Kommentatoren zu kennen, sammelt er die eventuell, und was tut er damit?

Oha! Man wird doch hier bei Pax-Europa hoffentlich keine PI-Kritik-Phobie haben, oder?

Oder warum habt ihr meinen Kommentar vom 21. Oktober 2017 um 21:42 gelöscht, in dem ich geschrieben hatte

Warum kann man bei PI-News nicht kommentieren, wenn man den TOR-Browser verwendet, der die IP verschleiert?
Ist es für Stefan Herre wichtig, die IP der Kommentatoren zu kennen, sammelt er die eventuell, und was tut er damit?

MfG
TOR-User

Den Weblink in dem zweiten hier wiedergegebenen Kommentar konnten wir rekonstruieren.

Wir wollen diese Löschaktion nicht weiter kommentieren.

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_____ DER PROPHET _____

In der Abenddämmerung kam ein Mann ins Dorf und sagte, er sei der Prophet.
Die Bauern aber glaubten ihm nicht.
„Beweise es!“, forderten sie.
Der Mann zeigte auf die gegenüberliegende Festungsmauer und fragte:
„Wenn diese Mauer spricht, glaubt ihr mir dann?“
„Bei Gott, dann glauben wir dir“, riefen sie.
Der Mann wandte sich der Mauer zu, streckte
die Hand aus und befahl: „Sprich, oh Mauer!“

Da begann die Mauer zu sprechen:
„Dieser Mann ist kein Prophet.
Er täuscht euch. Er ist ein Lügner.“

(zitiert nach Zülfü Livaneli:
„Der Eunuch von Konstantinopel“
lt. Wikipedia
)

. . .

_____ DER PRÄSIDENT _____

In der Morgendämmerung kam ein Mann ins Weiße Haus und twitterte, er sei der Präsident.
Die Bürger aber glaubten ihm nicht.
„Beweise es!“, forderten sie.
Der Mann zeigte auf den gegenüberliegenden Obelisken und fragte:
„Wenn dieser Obelisk spricht, glaubt ihr mir dann?“
„Bei Gott, dann glauben wir dir“, riefen sie.
Der Mann wandte sich dem Obelisken zu, streckte
die Hand aus und befahl: „Sprich, oh Obelisk!“

Da begann der Obelisk zu sprechen:
„Dieser Mann ist kein Präsident.
Er täuscht euch. Er ist ein Lügner.“

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_____ Eine Polemik _____


Zitat:

«It’s frankly disgusting the way the press is able to write whatever they want to write, and people should look into it.»

„Es ist offengesagt ekelhaft, dass die Presse schreiben kann, was sie will — jemand sollte das überprüfen.“

US-Präsident Donald John Trump während einer Pressekonferenz anlässlich des Staatsbesuchs von Kanadas Premier Justin Trudeau und Ehefrau im Oktober 2017.


Minute 0:30 – 0:35
_____

In der Sowjetunion seligen Angedenkens gab es eine Tageszeitung mit dem Namen PRAVDA (Правда). Das Wort ist abgeleitet von sprava (справа) = rechts / pravo (право) = Recht und bedeutet Die Wahrheit, Das Richtige, Das Rechte.

In dieser Zeitung wurde, wie der Name bereits besagt, nur die Wahrheit geschrieben. Denn Wahrheit macht frei.
Wer lügt, wer Unwahrheiten verbreitet, setzt sich Seelenqualen aus, Schuldgefühlen, die ihn unfrei und zum Gefangenen seiner selbst und seines Lügengebäudes machen.
Das wollte man in der Sowjetunion unbedingt vermeiden, weshalb das Recht auf freie Meinungsäußerung dort ein hohes Gut war. Zumindest, solange die Meinungsäußerungen Die Wahrheit widerspiegelten. Oder wenigstens das, was die Machthaber dafür ausgaben.

Andere Länder hatten und haben mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung ebenfalls ihre Erfahrungen. Im „Dritten Reich“ galt dieses Recht 1000 Jahre lang als unumstößlich, dafür sorgte der „Völkische Beobachter“, wenngleich die tausend Jahre nach etwas mehr als einer Dekade bereits zu Ende waren. Im Nachfolgestaat „DDR“ (dort hatte man, mit Ausnahme der Massenvernichtungslager, die „Infrastruktur“ des „Dritten Reichs“ weitgehend übernommen) war es das Anliegen des „Neuen Deutschland“, der Freiheit durch Verbreiten der Wahrheit Geltung zu verschaffen. In der Türkei des Präsidenten RT Erdoğan wird die Freiheit hochgehalten — insbesondere für Journalisten, wenn sie die Wahrheit schreiben.

In anderen Ländern dürfen Journalisten auch mal etwas schreiben und veröffentlichen, das nicht der Interpretation von Wahrheit entspricht, wie sie die Regierenden oder die Machthaber sehen. In den USA z.B. gilt das Recht der freien Meinungsäußerung und der freien Rede. Dort stehen dann die Leser der Zeitungen und die Fernsehzuschauer vor der Qual der Wahl, zu entscheiden, was sie für Die Wahrheit halten wollen und was nicht. Eine wahrhaft schwere Bürde.

Diese Last möchte der amtierende Präsident der USA, Donald J. Trump, den Menschen möglicherweise abnehmen, sie von dieser Last befreien, um dem Freiheitsgedanken der US-Verfassung noch mehr Geltung zu verschaffen (siehe das Zitat oben) …

Erstaunlicherweise liefert die Google-Suche nach den Stichworten „Trump Lüge“ eine unüberschaubare Anzahl an Ergebnissen.

Siehe auch unseren Beitrag Jubeltag.

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_____ Als ob es ein solches Recht geben würde … _____

Die Frage, mit der wir diesen Beitrag überschrieben haben, taucht im Zusammenhang mit Gewaltverbrechen hier und da auf. Manchmal auch in der Form „Woher nimmt er sich das Recht, …“. Als ob es ein solches Recht geben würde.
Es handelt sich dabei um eine Suggestivfrage, mit der der Eindruck vermittelt werden soll, einem Täter, einem Mörder sei das Recht zugestanden worden, einen anderen zu töten.

Gestellt wird diese Frage bisweilen von Befürwortern der Todesstrafe, die damit jedoch für sich oder für „den Staat“ — zumindest potenziell — etwas beanspruchen, von dem sie einem Mörder unterstellen, dass es ihm gegeben worden wäre oder dass er es sich genommen hätte. Befürworter der Todesstrafe begeben sich damit auf eine Stufe noch unterhalb des Mörders, weil sie das Recht zum Töten für sich beanspruchen und dies juristisch zu rechtfertigen versuchen.

Ein solches Recht gibt es jedoch nicht, in keinem Land der Erde. Deshalb kann sich dieses Recht auch kein Mörder nehmen, und niemand kann es ihm geben. Was es nicht gibt, kann man sich nicht nehmen, kann einem niemand geben.

In allen Ländern der Erde ist Mord ein Verbrechen, eine gesetzeswidrige Tat.
Dies war z.B. in Deutschland auch während der Zeit der Gröfaz-Tyrannei (Hitler-Diktatur, Drittes Reich) der Fall. Damals wurde der heute in Deutschland noch immer gültige § 211 StGB (Mord) formuliert, der (als einziger Paragraph des deutschen Strafgesetzbuches) nicht eine strafbewehrte Tat beschreibt, sondern eine Täterbeschreibung enthält:

Mörder ist, wer
aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen,
heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder
um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken,
einen Menschen tötet.

Die Machthaber und Massenmörder des „Dritten Reiches“ (Adolf Hitler, Heinrich Himmler, Adolf Eichmann, … SS, Waffen-SS, teils auch Soldaten der Wehrmacht) entsprachen genau dieser Täterbeschreibung. Doch sie alle waren (vielleicht mit Ausnahme so mancher Wehrmachtssoldaten) Befürworter der Todesstrafe.

Heutige Befürworter der Todesstrafe entsprechen ebenfalls dieser Täterbeschreibung, ebenso Richter, die ein Todesurteil (in staatlichem Auftrag / gemäß Gesetz) fällen, sowie jene, die das Todesurteil (in staatlichem Auftrag) vollstrecken. Und auch alle Staaten als juristische Personen, die entsprechende Gesetze im Repertoire haben, entsprechen diesem Täterprofil.

Alle Staaten, in denen Todesurteile ausgesprochen und vollstreckt werden, entsprechen diesem Täterprofil. Sie machen sich aufgrund ihrer Gesetze selber zu Mördern.

Ausgenommen hiervon sind u.E. Polizeibeamte in Notsituationen, die während einer Geiselnahme — gewissermaßen stellvertretend für die Geisel — in Notwehr, wenn eine andere Möglichkeit nicht besteht, einen „finalen Rettungsschuss“ gegen den Geiselnehmer richten. Denn eine Notwehrsituation ist kein Strafverfahren, kein Gerichtsprozess.

Der Wunsch, einen Mörder oder sonstigen Gewaltverbrecher hinzurichten, entspringt dem Gedanken des Heimzahlens, der Rache. Mit Strafe hat dies nichts zu tun, sehr wohl aber mit der Neigung, Hassgefühle auszuleben — und sei es stellvertretend.

Für manche Befürworter der Todesstrafe hat das Festhalten an ihr quasireligiöse Züge.

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Freiheit ohne Paranoia

_____ Fortsetzung unseres Beitrags Mehr Paranoia wagen ? _____

In den Kommentarspalten zu Medienberichten über das Thema „Mass shootings“ in den USA lesen wir bisweilen, dass in jedem Jahr viele Menschen z.B. bei Autounfällen zu Tode kommen, oder dass man auch mit einem Küchenmesser jemanden umbringen kann.
Autos werden allerdings nicht konzipiert und gebaut, um damit jemanden zu töten, und Küchenmesser ebenfalls nicht. Das schließt zwar weder einen Missbrauch noch Unfälle aus. Doch Schusswaffen werden konzipiert und hergestellt, um damit …
Obendrein sind Schusswaffen „Distanzwaffen“, mit denen jemand aus größerer Entfernung oder gar aus einem Hinterhalt heraus zur Tat schreiten kann. Mit Küchenmessern oder Autos hingegen muss sich der Täter unmittelbar am Tatort aufhalten, was seine Identifizierung und Festnahme wahrscheinlicher macht.

Ein Hinweis auf den zweiten Verfassungszusatz in den USA, der den privaten Besitz von Schusswaffen erlaubt, hilft ebenfalls nicht weiter, denn die US-Verfassung wurde im späten 18. Jahrhundert geschrieben, zu einer Zeit also, als die USA längst kein gefestigter demokratischer Rechtsstaat waren und dort teils noch das Recht des Stärkeren galt.

Bedeutet „Freiheit“ für viele US-Amerikaner, jederzeit damit rechnen zu dürfen, von einem verantwortungslosen Waffennarren ohne erkennbaren Grund abgeknallt zu werden?
Verteidigen sie deshalb das Recht auf Waffenbesitz so vehement? Oder lieben sie den Kick der ständigen Angst?

In demokratischen Rechtsstaaten gibt es legitime und rechtsstaatliche Mittel und Wege, sich einer unbotmäßigen Regierung ggf. zu entledigen: freie, geheime und gleiche Wahlen.

Freiheit kann sich nicht aus sich selbst garantieren, sondern nur aus der Vernunft.

Paranoia ist kein geeigneter Ansatz zur Konfliktbewältigung oder Problemlösung — und auch kein Garant für Freiheit.

P.S.:
Country-Musiker in Las Vegas: „Wir hatten Waffen. Sie waren nutzlos“

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Mehr Paranoia wagen ?

In manchen Ländern kommt es von Zeit zu Zeit zu kleinen oder größeren Schießereien / Mass shootings, Massenmorden, bei denen Unbeteiligte in direkter Konfrontation oder aus einem Hinterhalt heraus ermordet werden. Anfang Oktober 2017 war es in den USA mal wieder so weit: Ein bislang nicht auffällig gewordener Mann (er hat nicht «Allahu» gesagt !) schoss aus einem Hotelfenster heraus wahllos auf Menschen während eines Country-Festivals in Las Vegas.

Als direkte Folge dieses Attentats gingen in den USA die Verkaufszahlen für Schusswaffen nach oben, und die Börsenkurse der Waffenhersteller machten einen deutlichen Sprung aufwärts.

Den Verfechtern des Rechts auf privaten Waffenbesitz an dieser Stelle eine kleine Gedankenstütze:

Wenn der Besitz von Schusswaffen in privater Hand und ohne berufliche Notwendigkeit zu mehr Sicherheit führen soll, wenn Bürger die Möglichkeit haben sollen, sich gegen solche Amokläufer jederzeit verteidigen zu können, dann erfordert dies, dass die Menschen jederzeit und überall eine schussbereite, also geladene und entsicherte Waffe bei sich führen.

Diese müssten sie aber ständig — jederzeit und überall — in der Hand halten, um im Fall eines Angriffs sofort losballern zu können.

Denn wenn man seine Schusswaffe im Fall eines Angriffs erst aus dem Holster oder der Jackentasche hervorkramen muss, — oder sie gar aus einem verschlossenen Waffenschrank holen — um sich damit verteidigen zu können, hat einen der Angreifer längst abgeknallt, bevor man im Eifer des Gefechts die richtigen Handbewegungen macht.

Und jetzt, liebe Waffennarren, stellt euch bitte vor, ihr seid in einer Disco auf der Tanzfläche und vergnügt euch dort, oder ihr seid Lehrer an einer Schule und unterrichtet gerade eine Klasse …

Liebe Waffennarren, bitte einfach mal das Gegenteil denken.

P.S.:
Country-Musiker in Las Vegas: „Wir hatten Waffen. Sie waren nutzlos“

Fortsetzung:
Freiheit ohne Paranoia

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Ein paar Anmerkungen zum Geldsystem

ohne Neiddebatten oder Klassenkampfparolen

_____ Keine Anleitung zum Schuldenmachen _____

 

Es mag schon eine Weile her sein, dass jemand die Idee hatte, seinen Nachbarn zu fragen, ob dieser ihm bei einer Arbeit helfen könne, die allein nicht zu bewältigen gewesen wäre. Vielleicht war es auch umgekehrt, und der Nachbar bot seine Arbeitskraft an. Ob so oder andersherum, ist für die weiteren Überlegungen unerheblich.

~ ~

Wenn ich in ein Wirtshaus gehe und dort etwas zu Essen und zu Trinken bestelle, dann habe ich ab dem Moment, da mir dies serviert wird, Schulden. Schulden bei der Bedienung, die es mir auf den Tisch gestellt hat, und Schulden bei dem Gastwirt. Dass ich diese Schulden begleiche bevor ich das Wirtshaus verlasse, ändert an diesem Sachverhalt nichts.

Der Gastwirt hat an diesem Tag ebenfalls Schulden — gegenüber der Bedienung, die er vermutlich erst zum Monatsende bezahlen wird, gegenüber dem Koch, der das Essen zubereitet hat und der sein Gehalt vermutlich ebenfalls erst zum Monatsende erhält, sowie gegenüber Zulieferern, die ihm die Getränke und die Rohstoffe für die Essenszubereitung zur Verfügung gestellt haben.
Es sind diese über einen kürzeren oder längeren Zeitraum — Stichwort Zahlungsziel — bestehenden Schulden, die es dem Gastwirt als Unternehmer erst ermöglichen, seinen Betrieb zu führen und aufrecht zu erhalten, also zu wirtschaften.
Dass der Gastwirt als Unternehmer dabei einen Gewinn erwirtschaftet, den er für sich behält, ist legitim und ist Antrieb allen Wirtschaftens. Dieser Gewinn ermöglicht es ihm, beizeiten zu investieren, das erwirtschaftete Geld von seinem Bankkonto in den Wirtschaftskreislauf / Geldkreislauf zurückzuführen.

Wenn der Gastwirt nicht Eigentümer der Räumlichkeiten seines Wirtshauses ist, sondern diese gepachtet und die Pacht im Voraus bezahlt hat, dann hat der Verpächter / Pachtgeber zum Monatsbeginn gegenüber dem Gastwirt Schulden — denn die Pacht für diesen Monat ist dann noch nicht „verbraucht“.
Der Verpächter / Pachtgeber wird das Geld, das er für die Nutzung der Räumlichkeiten vom Gastwirt für einen Monat im Voraus erhalten hat, vermutlich auf einem Bankkonto deponieren — womit dann die Bank gegenüber dem Pachtgeber Schulden in Höhe des auf dem Konto liegenden Geldbetrags hat.

Am Ende kommen die Beteiligten zu einem gewissen Wohlstand — mit Ausnahme der Bedienung und des Kochs, auch wenn sie wahrscheinlich kein Dasein in Armut fristen, die aber in diesem „Spiel“ auch keine Schulden haben.

~ ~

Wenn ich mir ein Auto zulege, dann habe ich Schulden bei dem Autohändler wenn ich das Auto auf Raten kaufe oder es zu einem späteren Zeitpunkt bezahle, oder beim Automobilhersteller, sofern ich das Auto direkt bei ihm kaufe und nicht bei Abholung sofort vollständig bezahle.
Der Automobilhersteller hat Schulden nicht nur bei seinen Arbeitern, denen er das Gehalt vermutlich erst zum Ende des Monats auszahlen wird, sondern auch bei seinen Zulieferern, die Einzelteile für die Autos herstellen, z.B. die Sitze oder die elektrische Ausstattung, die vom Automobilhersteller bzw. von dessen Arbeitern zu einem Gefährt zusammenmontiert werden.
Der Hersteller der Sitze hat Schulden bei seinen Zulieferern, die z.B. die Bezugsstoffe für die Sitzmöbel weben. Die Weber der Bezugsstoffe haben Schulden bei ihren Zulieferern, die die Webfäden aus Naturwolle oder aus Kunststoffen herstellen, … — Stichwort Zahlungsziel.

Der Arbeiter aus der Fabrik für Webfäden wird vielleicht ein Auto kaufen, in das jene Sitze eingebaut sind, für die der Hersteller der Webfäden das Material geliefert hat, aus denen ein anderer die Bezugsstoffe gefertigt hat, die der Sitzmöbelhersteller zur Fertigung der Autositze benötigt, die er an einen Automobilhersteller geliefert hat, der sie in ein Auto einbaut, sie mit einem Zahlungsziel — von wieviel Tagen auch immer — bezahlt und nun gewinnbringend weiterverkauft. Der Gewinn, den der Autohersteller erwirtschaftet, fließt auf indirektem Weg u.a. an den Hersteller der Webfäden, der davon wiederum seine Arbeiter bezahlt, die sich dank der geleisteten Arbeit ein Auto kaufen können …

~ ~

Die Produktion von Waren (und Dienstleistungen) macht es von Zeit zu Zeit erforderlich, die umlaufende Geldmenge zu erhöhen. Dies geschieht dadurch, dass, salopp formuliert, jemand eine große Zahl auf ein Blatt Papier schreibt und diese zu Geld erklärt.
Wird die Geldmenge signifikant erhöht, ohne dass irgendwelche Waren produziert oder Dienstleistungen erbracht werden, spricht man von Inflation.

Die Steuern, die „der Staat“ in diesem System einbehält, werden u.a. in Infrastruktur investiert, die allen Menschen in diesem Staat zur Verfügung steht, es werden davon die Gehälter der Angestellten, Beamten, Richter und Regierenden des Staates bezahlt, deren Aufgabe es ist, den organisatorischen Überbau des Staates funktionsfähig zu halten. Dieses Geld, die Steuern, gehen schließlich nicht verloren — auch dann nicht, wenn man den „Staat“ auf die ganze Erde ausdehnt.

Man kann diese Überlegung bis zum Anfang allen Wirtschaftens zurückdenken — und zwar ohne Neiddebatten auszulösen oder Klassenkampfparolen aufzusagen.
Denn solange das Geld zirkuliert, haben alle einen Vorteil von diesem System, haben alle ihren Vorteil.

~ ~

Eine andere Möglichkeit des Wirtschaftens ist die Subsistenzwirtschaft — von der Hand in den Mund — die jedoch nicht geeignet erscheint, Wohlstand aufzubauen.

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