Feeds:
Beiträge
Kommentare

… Und den habe ich auch gewonnen.

_____ Satire _____

Hitlers Leasingvertrag

Der Leasingvertrag

Man kann sich ja an der eigenen Nase fassen, wenn man so blöd ist wie ich. Aber wenn man mit einer Firma, ja, mit einer Firma wie dieser Firma Ismayer über zwanzig Jahre im Geschäftskontakt steht, da komm ich doch gar nicht auf die Idee, dass das lauter Verbrecher sind – lauter Mafiosi! Lauter Mafiosi !!

Ich habe bei der Firma Ismayer alle fünf Jahre einen neuen PKW gekauft und habe ihn bar bezahlt. Da komm ich doch nicht auf die Idee, dass das ein Al-Capone ist.

Hö, das war doch – das war doch nicht meine Idee mit dem Leasing-Vertrag. Das war doch die Idee – das war doch die Idee von der Firma Ismayer, dass ich diesen Leasing-Vertrag unterschreiben soll. Und ich Idiot unterschreibe diesen Leasing-Vertrag. Und seit dieser Zeit kann ich der Firma Ismayer 437 Mark und 80 Pfennig in den Arsch stopfen.

Ja sicher bin ich hingegangen. Ja sicher bin ich hingegangen, ich hab ja noch zu ihm gesagt, sag ich „Winfried, …“ – weil ich Depp war per Du mit diesem Kerl.
Sag ich noch „Mit diesem Leasing-Vertrag, da haben wir doch einen Fehler gemacht.“

Wissen Sie, was der Kerl mir sagt – wissen Sie was dieser Kerl mir sagt, dieser Crétin?
Da sagt der „Was heißt da WIR, gell?“.

Dann hab ich gesagt „Herr Ismayer, so, jetzt weiß ich, woher der Wind pfeift, gell. Aber das können Sie sich merken: Jetzt führ ich einen Prozess. Ich nehme den besten Advokaten, den besten Advokaten weit und breit und führe einen Prozess dass die Funken spritzen!“

Und ich habe einen Prozess geführt.
Und den habe ich auch gewonnen.
Moralisch.

Ja sicher. Weil ich zu dem Richter sag: „Herr Richter, das darf doch nicht die Wahrheit sein, dass ein Mensch, der sich immer anständig aufgeführt hat, der immer anständig und ehrlich das Leben …, der nichtmal einen Strafzettel bekommen hat, dass man den mit einem Leasing-Vertrag […] schadet.“

Und sagt dieser Richter: „Doch, das geht.“

Applaus!

_____
The Video is available with subtitles in English
pimuc-icon-27


_____ Nicht im Ramadan _____

Mord ist unseres Wissens in allen Ländern und zu allen Jahreszeiten eine Straftat, also verboten. Zumindest ist uns bislang nichts Gegenteiliges bekannt.

Dies gilt sehr wahrscheinlich auch für einen Kulturkreis, der über ein „heiliges Buch“ verfügt, aus dem zu gegebenen Anlässen manchmal zitiert wird.

Allerdings haben wir kürzlich erfahren, dass Mord in diesem Kulturkreis während einer bestimmten Zeit im Jahr, während der z.B. das Lügen nicht erlaubt ist, erst recht oder ganz besonders verboten ist:

Und besonders darf man im Ramadan nicht töten…

Ist es also während der übrigen Zeit des Jahres in diesem Kulturkreis wohl ohnehin — hoffentlich — verboten zu morden, so ist dies während des Ramadans noch ein wenig verbotener, vielleicht sogar am verbotensten — manch einer würde sagen „in keinster Weise“ erlaubt.
pimuc-icon-27


Kontroversen

Der freiheitliche demokratische Rechtsstaat
hat sich bislang
noch immer als stärker und attraktiver
erwiesen
als jede Diktatur
weil er dulden kann
wozu jede Diktatur zu schwach ist.

Kontroversen.

pimuc-icon-27


_____ Religiöse Werte _____


In vielen Religionen gibt es eine Fastenzeit, die der Besinnung auf religiöse Werte dienen soll. Allerdings sind wir Menschen nicht immer ganz perfekt, und so kann es vorkommen, dass Religionen manchmal ein wenig — menschlich, allzu menschlich — zweckentfremdet werden und von Heuchelei zu reden nicht ganz abwegig erscheint. Wir Menschen neigen nunmal dazu, unser Fehlverhalten zu rationalisieren, um uns wenigstens uns selbst gegenüber den Anschein von Lauterkeit zu verleihen.

In einem Beitrag zum Ramadan des Jahres 2017 in der FAZ schreibt Aylin Güler am 2. Juni 2017 im zweiten Absatz:

Aber auch moralische Sünden, wie Beleidigungen und Lügen dürfen in dieser Zeit nicht begangen werden.

Ah, nicht in dieser Zeit …
Aber wie schaut es außerhalb dieser Zeit aus?
Ist es dann erlaubt?
Wir erfahren es leider nicht.

Aylin Güler fährt fort:

Wann findet Ramadan statt?

2017 dauert der Ramadan vom 27. Mai bis zum Ramadanfest am 24. Juni. Muslime, die in Skandinavien am Polarkreis leben, wo im Sommer die Sonne praktisch nie untergeht, halten sich an die Zeiten im saudi-arabischen Mekka oder der Türkei.

Dass der Ramadan für Muslime in der Nähe des Polarkreises in manchen Jahren zu einem existenziellen Problem werden kann, haben wir bereits in einem Aufsatz erfahren, der im Jahr 2006 erschienen ist. Dort ist im Kapitel 3 [Die fünf (eigentlich sechs) Säulen des Islams] in Unterpunkt 4. [Das Fasten während des Ramadans — Saum] zu lesen:

Der Ramadan kann in jede Jahreszeit fallen, da der islamische Kalender nicht dem neuzeitlichen, logischen Sonnenjahr folgt, sondern dem Mondjahr.
Wie sich der Ramadan für einen Moslem gestaltet, der z.B. in Island oder auf Spitzbergen im Norden von Norwegen lebt, oder der z.B. als Wissenschaftler in der Antarktis tätig ist, sollte von islamischen Gelehrten erklärt werden; denn wenn der Ramadan in die Zeit des Sommers der Nordhalbkugel fällt, ist es dort mehrere Wochen lang „Tag“. Die Sonne geht dort dann nicht unter, und ein Moslem, ob Isländer, Norweger, Same, Türke, Araber oder Deutscher  … kann dort über diesen Zeitraum bei natürlichem Licht jederzeit „einen weißen von einem schwarzen Faden unterscheiden“. Dann aber kann das Fasten während des Ramadans z.B. in Island oder auf Spitzbergen oder anderswo im Hohen Norden oder Süden für Muslime zu einem existenziellen Problem werden.

Warum sich Muslime, die „am Polarkreis“ leben, gemäß der Beschreibung von Aylin Güler (FAZ) während des Ramadans „an die Zeiten im saudi-arabischen Mekka oder der Türkei“ halten, wird leider nicht näher erläutert. Warum gilt dies nicht auch für Muslime, die z.B. nördlich oder südlich des 50sten Breitengrades leben? Ihnen könnte doch viel Ungemach erspart bleiben!

Müssen alle Muslime fasten?

Im Koran lesen wir zum Ramadan:

Der Monat Ramadan ist es, in dem der Qur’an als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt worden ist und als klarer Beweis der Rechtleitung und der Unterscheidung. Wer also von euch in dem Monat zugegen ist, der soll in ihm fasten. Und wer krank ist oder sich auf einer Reise befindet, soll eine Anzahl anderer Tage (fasten) – Allah will es euch leicht, Er will es euch nicht schwer machen – damit ihr die Frist vollendet und Allah rühmt, daß Er euch geleitet hat. Vielleicht werdet ihr dankbar sein. [2:185]

Haben wir im FAZ-Beitrag von Aylin Güler oben erfahren, dass sich „die 29- oder 30-tägige Fastenzeit immer um zehn bis elf Tage pro Jahr“ [wegen des Jahreslaufs der Erde um die Sonne] verschiebt (siehe Screenshot 2: „Wann findet Ramadan statt?“), der Ramadan also über einen Zeitraum von mehr als einer Dekade durch das ganze Jahr wandert, so heißt es im Koran ([2:185]), dass der Koran im Ramadan — also während einer nur 29- oder 30-tägigen Periode — herabgesandt worden sei.
Die medinesische Sure 2 „Die Kuh“ (Al-Baqara) ist chronologisch die Nummer 91, also geraume Zeit vor Abschluss der 23-jährigen Entstehungszeit des Korans entstanden.
Stimmig erscheint uns dies nicht.

Nachdenklich macht uns, dass zur Teilnahme am Fasten während des Ramadans nur angehalten wird, wer „von euch in dem Monat zugegen ist“ [2:185].
„Zugegen“ wo? In Saudi-Arabien, in Mekka, in Medina, in oder auch außerhalb einer Moschee — oder auch woanders?
Und was ist zu erwarten, falls jemand — entgegen dem Schlusssatz aus [2:185] („Vielleicht werdet ihr dankbar sein.„) — nicht dankbar ist?

Alles in allem erweckt die Geschichte rund um den Ramadan bei uns den Eindruck, dass sie unausgegoren ist.

+ + +

P.S.:

Im Koran ist an 15 Stellen vom Nachdenken die Rede, recht eindringlich in der mekkanischen Sure „An-Nahl“ (Die Bienen) in diesem Vers …

(Wir entsandten sie) mit den deutlichen Zeichen und mit den Büchern; und zu dir haben Wir die Ermahnung herabgesandt, auf daß du den Menschen erklärest, was ihnen herabgesandt wurde, und auf daß sie nachdenken mögen. [16:44]

… sowie in der medinesischen Sure „Muhammad“ (Mohammed) in Vers 24:

Wollen sie also nicht über den Qur’an nachdenken, oder ist es (so), daß ihre Herzen verschlossen sind? [47:24]

Wir wollten es nicht unversucht lassen …

_____
Den vollständigen Beitrag von Aylin Güler mit dem Titel „Wie erkläre ich’s meinem Kind? Was Muslime im Ramadan machen“ finden Sie hier.

pimuc-icon-27


Traumberuf Weltuntergangsprophet

____ Eine Satire ____

Manch einer mag sich schon darauf gefreut haben, seinen Enkeln dereinst erzählen zu können wie das seinerzeit war beim Weltuntergang.

Mein Gott, war das ein Höllenritt damals — und wir waren live dabei.

Alles begann ganz still und langsam, fast nicht zu spüren. Die ganze Welt ist nach unten gerutscht, und eh‘ wir’s uns versahen, war es schon zu spät. Wir konnten es nicht mehr aufhalten.

Immer schneller gings dorthin, wo im Universum unten ist — ja, nach unten, sonst wär’s ja kein Weltuntergang gewesen.
Das Gedröhne wurde immer lauter und lauter, alles ist immer schneller an uns vorbeigebraust.

Je weiter wir gekommen waren, desto schneller gings. Als wir schon ein weites Stück hinter uns gelassen hatten, haben wir 10 Millionen Lichtjahre in sieben Minuten durchmessen — eine Wahnsinnsgeschwindigkeit.

Wir hatten befürchtet, dass uns die Atmosphäre davonfliegt bei dem Tempo — das wäre in einer Katastrophe geendet, denn wir hatten gar nicht genügend Sauerstoffflaschen für alle dabei.
Aber sie hat gehalten — Gott sei Dank!

Die Sterne, die Galaxien — alles haben wir hinter uns gelassen.
Um uns herum wurde es immer finsterer, als wir uns dem Rand des Universums näherten.

Wir fühlten uns alleingelassen da unten, so einsam war es dort.
Die paar Galaxien, die wir in der Ferne erspähten, gaben uns keinen Trost. Sie schienen uns unerreichbar.

Kurz bevor wir das Ende des Universums erreichten, stoppte es ganz unvermittelt, es ging einfach nicht mehr weiter. Sonst hätte es uns womöglich aus dem Weltall hinauskatapultiert. Und dann? Nicht auszudenken! Dort waren wir schließlich noch nie gewesen.

*

Danach ging das Leben auf der Erde weiter wie bisher, nur ein paar kleine Blessuren hatte sie abbekommen, die aber bald wieder verheilten.

Wir haben im Nachhinein erfahren, dass es sowas in der Erdgeschichte hier und da bereits gegeben hat. Aber solange sich die Erde in der recht schmalen habitablen Zone befindet, geht es weiter, immer weiter …

Weltuntergangsprophet

Allen haupt- und nebenberuflichen sowie ehrenamtlichen Weltuntergangspropheten zum Trotz.

+ + +

Schade eigentlich, dass es uns bislang nicht vergönnt war, sowas tatsächlich mal miterlebt zu haben.
Da könnten wir doch was erzählen …

pimuc-icon-27


Auf Augenhöhe

Die USA und Europa befinden sich nicht in der Situation von Vormund und Mündel, sondern in einer Partnerschaft zum gegenseitigen Vorteil.

DJT (US-Präsident Donald John Trump) untergräbt diese Partnerschaft mit seiner Unberechenbarkeit, seinem mangelden Rechtsstaatsverständnis (Stichwort Gewaltenteilung) und seinem Narzissmus.

pimuc-icon-27


Neutral-Moresnet & Zink

Neutral-Moresnet

Bei einer Beschäftigung mit Neutral-Moresnet (heute Kelmis) kann einem die Absurdität nicht nur des europäischen Nationalismus’ vor Augen geführt werden.

Zitat aus Wikipedia:

Neutral-Moresnet (dt. auch Altenberg) war von 1816 bis 1919 ein 3,4 km² großes neutrales Territorium, das als Mikronation zwischen dem Vereinigten Königreich der Niederlande bzw. (ab 1830) Belgien und Preußen bzw. (ab 1871) dem Deutschen Reich 7 km südwestlich von Aachen gelegen war. Im Norden reichte das Gebiet Neutral-Moresnets bis zum Vaalserberg, der damit seit 1830 ein Vierländereck (mit den Niederlanden, Belgien und Preußen bzw. Deutschland) bildete. Die Bevölkerungsanzahl wuchs rasant von 256 Personen 1815, auf 4668 vor dem Ersten Weltkrieg.

In seinem Buch ZINK hat David van Reybrouck die Geschichte von Neutral-Moresnet sowie Biographisches seiner Einwohner unterhaltsam und in einer sehr bildreichen, vergnüglich zu lesenden Sprache verarbeitet.

Eine kurze Passage aus dem Text möchten wir hier zitieren (auch wenn diese teils nicht gar so vergnüglich ist)
(Hervorhebung durch uns):

Moresnet blieb ein extrem gemischtes Dorf. Die Folge war, dass 1914 unter der Bevölkerung von 4668 Einwohnern junge Männer waren, die entweder von der deutschen oder von der belgischen Armee einberufen wurden. Der Krieg spaltete ganz Europa, doch in Neutral-Moresnet geschah das buchstäblich auf der Ebene der Dorfstraße oder sogar innerhalb der Wohnzimmer. Es gab Dialekt sprechende Familien, in denen der Sohn zu den belgischen Waffen gerufen wurde, während die Tochter mit einem Dorfbewohner verlobt war, der den gleichen Dialekt sprach, aber Deutschland dienen musste. Ich versuche, mir die Gespräche, die Spannungen und die Schweigepausen von damals vorzustellen. Willy Huppermann, der Mann, der den Esperantomarsch für die Freundschaft komponiert hatte, musste trotz seines deutschen Familiennamens und seines internationalistischen Pazifismus in die belgischen Schützengräben der Westhoek, wo er auf Feinde schießen sollte, die vielleicht ja seine Nachbarn gewesen waren. […]

ZINK, Seite 46-47

Der frühere Grenzverlauf von Neutral-Moresnet ist auf einem Luftbild bis heute gut zu erkennen. Die Vegetation beiderseits der „Grenze“ zeigt auch nach hundert Jahren insbesondere im östlichen Bereich noch sehr deutliche Unterschiede (Screenshot Google Maps).

~ ~ ~


David van Reybrouck:
ZINK
86 Seiten
edition suhrkamp
ISBN 978-3-518-07290-5

.

.

pimuc-icon-27